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      Schmutzige Schokolade: Naturvernichtung & Kinderarbeit für den Profit der Konzerne

      In jedem zweiten Produkt von Milka steckt Palmöl, in vielen immer noch Kinderarbeit. Die freiwilligen Gütesiegel-Programme wirken offenbar nicht, wie ein aktueller Bericht zeigt.

      4/26/2021
      • Ernährung
      • International
      Schmutzige Schokolade: Naturvernichtung & Kinderarbeit für den Profit der Konzerne

      Seit vielen Jahren schon werden schwere Missstände beim Anbau von Kakao angeprangert, viel hat sich seither nicht geändert. Trotz diverser freiwilliger Gütesiegel-Programme und trotz ständiger Bekundungen der Nahrungsmittel-Industrie, findet sich nach wie vor Kinderarbeit und Naturzerstörung in vielen Produkten der Süßwarenhersteller.
       
      Aktuelles Beispiel: Milka. Die Marke, die besonders stark auf Heimatgefühl und auch auf Werbespots mit Kindern setzt, nimmt nach Informationen von Umwelt-NGOs weiterhin die Ausbeutung von Kindern in Kauf. Einem aktuellen Bericht zufolge steckt Palmöl in jedem zweiten Milka-Produkt, überwiegend importiert aus Indonesien oder Malaysia.
       
      Die Verantwortung wird nach unten delegiert
       
      Die Lieferanten des Milka-Mutterkonzerns sollen mit einer verbrannten Fläche von über 300.000 Hektar Wald in Verbindung gebracht werden können. Die Verantwortung wird die Lieferkette entlang nach unten delegiert, von der Konzernzentrale in Europa zu den Unternehmen vor Ort, die letztlich nur liefern können, was von oben bestellt wird.
       
      Milka erzielte 2018 über 2 Milliarden Dollar an Verkaufserlösen, die Mutter Mondelez brachte es gar auf rund 26 Milliarden Dollar und gehört damit zu den größten Süßwaren-Konzernen der Welt. Ihre freiwilligen Gütesiegel-Programme wirken nachweislich nicht, nach wie vor findet sich die Naturvernichtung und Kinderarbeit in den Produkten.
       
      Antwort auf Missstände: Lieferkettengesetz
       
      Eine wirkungsvolle Antwort auf die Machenschaften der Konzerne kann daher nur in einer gesetzlichen Beschränkung, etwa in Form eines Lieferkettengesetzes bestehen. Wenn nicht mehr importiert werden darf, was Menschenrechten und Umweltstandards entspricht, dann werden sich die unternehmerischen Prozesse rasch umstellen.
       
      In immer mehr Ländern Europas haben entsprechende Vorhaben bereits an Fahrt gewonnen, etwa in Frankreich oder in Deutschland. Auch auf EU-Ebene soll noch im Jahr 2021 ein Vorschlag für ein Lieferkettengesetz präsentiert werden. In Österreich kämpft die Bürgerinitiative für ein Lieferkettengesetz für verbindliche Regeln.

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