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Kinderzahnpasta: Diese Produkte sind nicht empfehlenswert

Ein aktueller Test des VKI zeigt: Nicht alle Kinderzahnpasten, die sich im Handel finden, erfüllen die wichtigsten Kriterien für eine wirksame Kariesprophylaxe.

4/18/2026
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Kinderzahnpasta: Diese Produkte sind nicht empfehlenswert

Ein aktueller Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt: Nicht alle Kinderzahnpasten, die sich im Handel finden, erfüllen die wichtigsten Kriterien für eine wirksame Kariesprophylaxe. Gemeinsam mit der renommierten Stiftung Warentest wurden 16 Zahnpasten speziell für Kinder untersucht – mit überraschenden Ergebnissen. Zwar sind viele Produkte empfehlenswert, doch fünf davon schützen die Zähne nicht ausreichend, weil ihnen ein entscheidender Inhaltsstoff fehlt: Fluorid.

Der VKI weist darauf hin, dass Fluorid der einzige wissenschaftlich belegte Wirkstoff ist, der zuverlässig Karies verhindern kann, und zwar auch bei Milchzähnen. Diese sind besonders anfällig, da der Zahnschmelz dünner ist als bei bleibenden Zähnen. Als Richtwert für Kinderzahnpasten gilt ein Fluoridgehalt von 1.000 ppm (parts per million), was einem Anteil von 0,1 % entspricht. Nur Produkte, die diese Konzentration erreichen, können laut Test einen ausreichenden Kariesschutz bieten.

Was bedeutet Fluorid – und warum ist es wichtig?

Fluorid ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das in Zahnpasta und teilweise auch im Trinkwasser enthalten ist. Seine Wirksamkeit beruht darauf, den Zahnschmelz zu härten und damit resistenter gegen Säuren zu machen, die durch Bakterien im Mund entstehen. Studien haben immer wieder bestätigt, dass fluoridierte Zahnpasten das Risiko von Zahndefekten signifikant senken. Gesundheitsexperten und Fachgesellschaften weltweit empfehlen daher die Nutzung von fluoridhaltiger Zahnpasta für Kinder ab dem ersten Zahn.

In Ländern wie den USA raten Organisationen wie die American Academy of Pediatrics (AAP) dazu, bereits ab dem Durchbruch des ersten Zahns mit einer sehr geringen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta zu beginnen. Dabei gilt: Unter drei Jahren genügt eine „Reiskorn-große“ Menge, ab drei Jahren eine „Erbsen-große“. Diese Dosierung soll sicherstellen, dass das Kind von der vorbeugenden Wirkung profitiert, gleichzeitig aber nicht zu viel Fluorid verschluckt.

Fehlendes Fluorid: Wo die Probleme liegen

Im VKI-Test fielen fünf Kinderzahnpasten durch, weil sie entweder gar kein Fluorid enthielten oder deutlich unter den empfohlenen 1.000 ppm lagen. Dabei handelt es sich um: Alverde Naturkosmetik, Karex Kinder, Lavera Naturkosmetik, Nordics und Woom. Hersteller setzen in solchen Fällen häufig auf alternative Inhaltsstoffe wie Hydroxylapatit, Kalziumlactat, Sorbit oder Xylit. Für diese Ersatzstoffe gibt es allerdings keine wissenschaftlich ausreichend gesicherten Nachweise, dass sie Fluorid in seiner Wirkung ersetzen können.

Auch andere Testinstitutionen kommen zu ähnlichen Ergebnissen: In der aktuellen Testwelle zeigt sich, dass rund ein Drittel der Kinderzahnpasten nicht genug Fluorid enthält, um wirksam vor Karies zu schützen. Einige Produkte besitzen nur die Hälfte der empfohlenen Menge oder verzichten ganz auf den Mineralstoff.

Umwelt- und Zusatzstoffe im Blick

Neben der Frage nach Fluorid war auch die Zusammensetzung in Bezug auf andere Stoffe Teil der Bewertung. Sechs der getesteten Pasten enthalten sogenannte umweltkritische Stoffe wie EDTA oder schlecht abbaubare Hydroxyethylcellulose. Einige Produkte nutzen zudem Farbstoffe, die zwar in geringer Konzentration enthalten sind, aber nach Auffassung der Tester überflüssig sind. Positiv hervorgehoben wurde, dass der umstrittene Farbstoff Titandioxid in keinem der getesteten Kinderprodukte mehr verwendet wird.

Empfehlungen für Eltern

Eltern sollten beim Kauf einer Kinderzahnpasta auf folgende Punkte achten:
·     Fluoridgehalt: Mindestens 1.000 ppm für wirksame Kariesprävention.
·     Altersgerechte Dosierung: Kleine Kinder benötigen nur sehr geringe Mengen Fluorid-Zahnpasta, um den Nutzen zu erhalten und Risiken zu minimieren.
·     Überwachung beim Zähneputzen: Gerade bei Kleinkindern ist es wichtig, dass Erwachsene das Putzen begleiten – sowohl, um die richtige Menge Zahnpasta zu verwenden als auch um das versehentliche Verschlucken zu reduzieren.
·     Inhaltsstoffe prüfen: Neben Fluorid sollten unnötige Zusatzstoffe wie bestimmte Tenside, unnütze Farbstoffe oder kritische Komplexbildner möglichst nicht enthalten sein.

Altersspezifische Empfehlungen

Fachgesellschaften empfehlen allgemein, mit dem Zähneputzen so früh wie möglich zu beginnen, nämlich sobald der erste Zahn durchbricht. Dabei ist die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta empfehlenswert, selbst bei Milchzähnen.

Für sehr junge Kinder unter drei Jahren kann eine geringere Fluoridkonzentration (zum Beispiel 500 ppm) ausreichend und sicherer sein, um das
Gleichgewicht zwischen Schutzwirkung und Risiko einer sogenannten dentalen Fluorose zu wahren. Fluorose entsteht, wenn zu viel Fluorid aufgenommen wird und die Entwicklung des Zahnschmelzes beeinträchtigt.

Bei älteren Kindern über sechs Jahren kann eine reguläre fluoridhaltige Zahnpasta genutzt werden, die den Bedürfnissen eines wachsenden Gebisses gerecht wird.

Fazit
Der aktuelle Kinderzahnpasta-Test des VKI betont eine einfache, aber entscheidende Botschaft: Nicht jede bunte Kindertube schützt die Zähne gleich gut. Fluorid ist ein Schlüssel zur wirksamen Vorbeugung von Karies, und Produkte ohne ausreichenden Fluoridgehalt lassen Kindermünder ungeschützt zurück. Eine bewusste Auswahl, altersgerechte Anwendung und die richtige Dosierung machen den Unterschied für gesunde kleine Zähne – und für ein strahlendes Lächeln ein Leben lang.


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