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      Weniger Bauern, mehr Milch: Zahlen & Fakten zum Weltmilchtag

      Am 1. Juni wird der Weltmilchtag begangen - ein guter Anlass, um sich die Situation der Milchwirtschaft in Österreich genauer anzusehen. Zahlen & Fakten rund um Milch.

      5/31/2021
      • Österreich
      • Landwirtschaft
      Weniger Bauern, mehr Milch: Zahlen & Fakten zum Weltmilchtag

      Am 1. Juni wird seit dem Jahr 2001 der Weltmilchtag begangen, er wurde von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Für uns ein guter Anlass um eine Reihe von Zahlen und Fakten rund um Milch und die Entwicklung der Milchwirtschaft in Österreich auf den Tisch zu legen.
       
      Milch: Ein gutes Geschäft – für Handel & Molkereien
       
      In Österreich werden jedes Jahr rund 74 Kilogramm Milch pro Kopf konsumiert, damit ist der Trend leicht rückläufig – vor zehn Jahren waren es noch knapp 4 Kilo mehr. Im Schnitt wird der Liter Kuhmilch im Lebensmittelhandel um 1,18 Euro verkauft, davon erhalten die Landwirte rund 34 Cent. Während der Verbraucherpreis seit 2017 um etwa 5 Prozent gestiegen ist, ist der Kilopreis für die Milchbauern sogar um 3 Prozent gesunken. Monatlich entfallen etwa 15 Prozent der Ausgaben für Lebensmittel von österreichischen Haushalten auf Milchprodukte.
       
      Die größte Molkerei in Österreich ist mit Abstand die Berglandmilch, sie erwirtschaftet fast 1 Milliarde Euro Umsatz pro Jahr. Danach folgen die NÖM mit rund 400 Millionen, die SalzburgMilch mit rund 230 Millionen, die Rupp AG mit 210 Millionen und die Gmundner Milch mit rund 200 Millionen Euro. Insbesondere im Export machen die Molkereien ein gutes Geschäft. So konnten die Exporterlöse in den letzten fünf Jahren von 265 Millionen Euro auf zuletzt 314 Millionen Euro gesteigert werden, während die Importe im gleichen Zeitraum bei knapp über 80 Millionen Euro stagnierten. Wichtigster Import- wie Exportpartner ist Deutschland. Auch der Handel verdient gut an Molkereiprodukten. Von 2011 bis 2018 konnte der Umsatz in diesem Segment von 1,9 Milliarden auf über 2,2 Milliarden Euro gesteigert werden.
       
      Immer weniger Milcherzeuger
       
      Nicht so gut läuft das Geschäft für die Landwirte. In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Milchbauern in Österreich kontinuierlich gesunken. Zum 31.12.2020 gab es in Österreich noch genau 24.645 bäuerliche Milcherzeuger. Zur Jahrtausendwende waren es noch rund 67.000 Betriebe gewesen, zehn Jahre später, im Jahr 2010, waren es nur noch rund 38.000. Insbesondere in Niederösterreich nimmt die Anzahl der Milchbauern zuletzt stark ab, die meisten Kühe stehen nach wie vor mit Abstand in Oberösterreich. Die Anzahl der Kühe bleibt hingegen im langjährigen Schnitt konstant, gab es 2007 rund 526.000 Milchkühe im Land, so waren es 2019 ungefähr genauso viel. Das heißt, dass heute im Schnitt 21 Kühe auf einen landwirtschaftlichen Betrieb kommen, immer noch eine sehr kleinteilige Landwirtschaft. In Deutschland sind es im Vergleich dazu rund dreimal so viele – dort kommen 4 Millionen Kühe auf rund 58.000 Betriebe.
       
      Immer mehr Milch
       
      Die Leistung pro Kuh hat sich in den letzten Jahren aber auch deutlich gesteigert. Während im Jahr 2007 noch rund 6.000 Kilogramm Milch von einer Kuh erzeugt wurden, waren es zwölf Jahre später fast 20 Prozent mehr. Durchschnittlich über 7.100 Kilo Milch produziert eine Milchkuh in Österreich mittlerweile. In Deutschland sind es übrigens bereits fast 8.500 Kilogramm pro Jahr, aber auch Leistungen über 10.000 Kilogramm sind bei den hochgezüchteten „Turbokühen“ keine Seltenheit mehr.
       
      Jährlich werden in Österreich rund 3,5 Millionen Tonnen Rohmilch für den menschlichen Verzehr erzeugt, dazu kommen rund 10.000 Tonnen Schafmilch und knapp 24.000 Tonnen Ziegenmilch. Damit ist die produzierte Menge an Kuhmilch in den letzten Jahren stetig gestiegen, rund 500.000 Tonnen werden inzwischen pro Jahr mehr produziert. Der Selbstversorgungsgrad mit Milch liegt in Österreich bei 170 Prozent, bei Milchprodukten variiert er aber stark. Bei Schmelzkäse sind es über 530 Prozent, bei Käse rund 97 Prozent, Butter liegt bei unter 70 Prozent und Kondensmilch wird etwa zu 54 Prozent im Inland erzeugt.
       
      Übrigens: Der Anteil an biologisch erzeugter Milch liegt inzwischen bei über 26 Prozent, damit konnte der Absatz um 25 Prozent seit 2016 gesteigert werden. Auch die Anzahl der biologischen Milchbetriebe ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, von rund 22.000 im Jahr 2010 auf fast 24.500 im Jahr 2020. Damit gehört Österreich zu den führenden Ländern der Welt.



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