Artikel

      Insider: Lebensmittel-Konzerne bereiten großes Comeback von Palmöl vor

      Große Errungenschaften drohen verloren zu gehen, nachdem Sonnenblumenöl jetzt knapp wird.

      4/27/2022
      • International
      • Umwelt
      • Klima
      Insider: Lebensmittel-Konzerne bereiten großes Comeback von Palmöl vor

      Jahrelang hatten Umwelt- und Tierschutz-Organisationen in aller Welt dafür gekämpft, zuletzt schien sich ihr Einsatz endlich zu lohnen. Zahlreiche Lebensmittel-Konzerne hatten den Ausstieg aus Palmöl versprochen und teilweise sogar schon vollzogen. Die Rezepturen wurden umgestellt und statt dem verpönten Palmöl, für das etwa in Borneo die natürlichen Lebensräume von Orang-Utans zerstört werden, kam nunmehr Sonnenblumenöl zur Anwendung. Dieses ist nicht nur regional verfügbar, sondern auch mit weitaus geringeren Umweltschäden im Anbau, im Transport und in der Verarbeitung verbunden.

      Sonnenblumenöl ist allgegenwärtig

      Doch der Krieg in der Ukraine führt nun zu einer extremen Knappheit des Öls. Nach dem Angriff durch Russland wurden nicht nur Produktionskapazitäten zerstört, sondern vor allem auch die Exportmöglichkeiten stark eingeschränkt – die russische Flotte blockiert bekanntlich die Häfen der Ukraine und stürzt das Land damit auch in eine wirtschaftliche Krise. Die beiden Länder Russland und Ukraine gehören zu den größten Produzenten von Sonnenblumenöl, es findet in einer Vielzahl von Produkten regen Einsatz. Wie „Politico“ berichtet findet es sich in Säuglingsnahrung ebenso wie in Tiefkühl-Pommes oder Keksen.

      Palmöl-Comeback durch Krieg

      Insider aus europäischen Lebensmittelkonzernen berichten nun, dass derzeit die Vorbereitungen für ein Comeback von Palmöl auf Hochtouren laufen. Rezepturen sollen wieder umgestellt werden, damit es nicht zu Einschränkungen von Warenlieferungen kommt. Für die Palmöl-Produzenten in Indonesien und Malaysien, wo der Großteil des weltweit verbrauchten Palmöls erzeugt wird, scheint der Krieg in der Ukraine den Boden für ein großes Geschäft aufzubereiten. Für Umweltorganisationen wäre das ein dramatischer Rückschritt im Kampf für mehr ökologische und soziale Gerechtigkeit.


      In eigener Sache: Wir arbeiten unabhängig von Parteien und Konzernen. Um unseren Fortbestand zu sichern, sind wir auf Abonnent*innen angewiesen. Bitte schließen Sie jetzt ein Abo ab und ermöglichen Sie damit unsere Berichterstattung. Danke!

      Jetzt abonnieren
      Logo Oekoreich

      Werde Mitglied bei oekoreich+ und erhalte Zugang zu unseren Top-Stories und exklusive Einblicke.

      Mehr erfahren

      Jetzt weiterlesen

      oekoreich möchte ein bestmögliches Onlineangebot bieten. Hierfür werden Cookies gespeichert. Weil uns Transparenz wichtig ist können Cookies und die damit verbundenen Funktionalitäten, die nicht für die Grundfunktion von oekoreich notwendig sind, einzeln erlaubt oder verboten werden.
      Details dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Dort kannst du deine Auswahl auch jederzeit ändern.