Meinung

      Palmöl-Aufdeckung: Wann steigt „Clever“ aus ökologischem Raubbau aus?

      Die exklusive Recherche zum hohen Palmöl-Anteil in "Clever"-Produkten von BILLA haben für Aufsehen gesorgt. Wann wird das Management reagieren?

      10/17/2021
      • Österreich
      • Umwelt
      • Ernährung
      Palmöl-Aufdeckung: Wann steigt „Clever“ aus ökologischem Raubbau aus?

      Mit unserer Recherche zum hohen Anteil an Produkten mit Palmöl in der BILLA-Eigenmarke „Clever“ haben wir offenbar einen Nerv getroffen. Die für den REWE-Konzern mehr als desaströsen Ergebnisse haben nicht nur uns überrascht, sondern ein großes mediales Echo ausgelöst. 49 von rund 200 möglichen Lebensmitteln des „Clever“-Sortiments enthalten nachweislich Palmöl, hat die oekoreich-Recherche gezeigt.

      Ein Wert, der für viel Kopfschütteln gesorgt hat. Zahlreiche Zeitungen haben berichtet und damit den Druck auf den REWE-Konzern erhöht, nun endlich aus dem Palmöl auszusteigen. Die reflexartige Antwort von Konzernen, die mit den Vorwürfen konfrontiert werden, lautet, dass das Palmöl ohnehin „aus nachhaltigem Anbau“ stamme. Das ist Unsinn.

      Das große Greenwashing mit „Gütesiegel“

      Das von ihnen herangezogene RSPO-Gütesiegel ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde. Das ist nicht meine oder unsere Ansicht, sondern die Meinung von Expert*innen. Hinter RSPO stehen multinationale Konzerne wie Unilever, die nicht gerade für ihren Idealismus bekannt sind. Statt sich Gedanken zu machen, wie man aus dem Palmöl aussteigen kann, wird also weiter auf Greenwashing gesetzt.

      Dabei müsste das nicht sein. BILLA zeigt doch in seinen Regalen – etwa mit der Linie „Ja! Natürlich“ – auch, dass es anders geht. Da werden die gleichen Produkte, die bei „Clever“ mit Palmöl angeboten werden, ohne dem gefertigt. Wieso geht es hier, aber dort nicht?

      Der Raubbau ist extrem lukrativ für die Konzerne

      Die Antwort liegt auf der Hand: Weil es hochprofitabel ist. Solange wir es den Konzernen gestatten sich auszusuchen, ob sie auf Raubbau setzen oder nicht, ob sie Kinderarbeit und Naturzerstörung ins Regal legen oder nicht, solange werden sie es auch machen. Die Antwort muss daher einerseits in bewusstem Konsum liegen, das benötigt aber volle Transparenz.

      Mit oekoreich versuchen wir einen Beitrag dazu zu leisten. Andererseits braucht es auch einfach strengere Gesetze, etwa ein Lieferkettengesetz, das Konzerne dazu zwingt so zu arbeiten, dass Menschen, Tiere und Umwelt nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Solange sie sich hinter „Gütesiegel“ verstecken können, solange werden sie nichts daran ändern.



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