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Haferdrink: So bereichern sich Konzerne am Rücken der Konsumenten

Die Rohstoff-Kosten bei pflanzlichen Drinks sind extrem niedrig - wie viel verdienen also die Konzerne aus Industrie & Handel daran? Wir haben nachgerechnet.

4/30/2023
  • Konsumentenschutz
  • Österreich
  • Ernährung
  • Landwirtschaft
Haferdrink: So bereichern sich Konzerne am Rücken der Konsumenten

Pflanzliche Drinks sind ein boomender Ersatz zu Kuhmilch, deren Konsum in Österreich zuletzt stark gesunken ist und nunmehr auf dem tiefsten Wert seit Jahrzehnten liegt. Das hat viele Gründe, manche haben eine Allergie oder Unverträglichkeit, andere verzichten aus ethischen oder ökologischen Gründen auf die tierische Milch. Insbesondere bei Milch aus Hafer und Soja macht das Sinn, deren Wasser- und Flächenverbrauch deutlich geringer ist.

Das trifft allerdings nur zu, wenn die Rohstoffe dafür auch garantiert aus Österreich kommen, wo genug Angebot besteht. Sonst trinkt man nämlich tausende Tonnen an CO2 mit, die beim Transport um die halbe Welt anfallen – inklusive Glyphosat und Gentechnik, die mitunter ebenfalls im Drink drinstecken. Mandelmilch hingegen ist ein Umwelt- und Klimakiller und sollte eher gemieden werden, vor allem da der Großteil importiert wird.

Bei tierischer Milch bleibt Bauern rund 1/3 des Verkaufspreises

Pflanzliche Drinks werden aber auch gezielt stark von den Konzernen aus Industrie und Handel gefördert – etwa über Werbung, aber auch über die Platzierung in den Geschäften. Und das hat weniger damit zu tun, dass die teils milliardenschweren Firmen die Welt besser machen wollen als mit dem Umstand, dass sie an den Pflanzendrinks deutlich mehr verdienen als an der Kuhmilch. Und das will was heißen.

An einem Liter Milch verdient der Lebensmittelhandel am meisten. Schätzungsweise 45 Prozent der Einnahmen und damit der größte Brocken bleibt bei den Supermärkten. Danach kommen die Bäuerinnen und Bauern mit rund einem Drittel des Verkaufserlöses und etwa ein Viertel erhalten die Molkereien. Bei einem Liter Milch um circa 1,40 Euro heißt das, dass die Bauern ungefähr 50 bis 55 Cent bekommen. Den Rest bekommen andere.

Wenige Cent an Rohstoffkosten pro Liter Pflanzenmilch

Noch mehr verdienen die Konzerne allerdings an der Pflanzenmilch, etwa an jener aus Hafer. Hier hat kürzlich ein Vertreter der Milchwirtschaft vorgerechnet, wie sich die Produktionskosten zusammensetzen. Demnach betragen die reinen Rohstoff-Kosten für einen Liter Hafermilch, in dem zwischen 6 und 14 Prozent Hafer steckt, nur wenige Cent. Ein Kilogramm Hafer, aus dem man 8 bis 10 Liter Hafermilch machen kann, kostet 30 bis 40 Cent.

Da außer Wasser und Hafer kaum noch was in den Drinks steckt, sind sie günstig erzeugt. Das bedeutet, dass bei aktuellen Verkaufspreisen von 1,50 bis 3 Euro pro Liter, die produzierenden und die verkaufenden Konzerne prächtig daran verdienen müssen. Es heißt aber auch, dass die Handelskonzerne die Drinks viel billiger abgeben könnten, wenn sie wirklich daran interessiert wären die Welt ein Stück ökologischer zu machen.


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