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      Glyphosat: Konzern will mit fehlerhaften Studien die Wiederzulassung erreichen

      Mit fehlerhaften Studien will ein Konzern die Wiederzulassung von Glyphosat in der EU erwirken - dagegen wird nun Protest laut.

      1/4/2022
      • Gesundheit
      • Landwirtschaft
      Glyphosat: Konzern will mit fehlerhaften Studien die Wiederzulassung erreichen

      Rund um die Wiederzulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in der EU haben Umwelt-NGOs die vorgelegten Studien des Herstellers Bayer als fehlerhaft kritisiert. Eine unabhängige Überprüfung durch zwei Wiener Krebsforscher zeigte
      demnach, dass 18 von 35 Studien, die sich mit DNA-schädigenden Effekten (Gentoxizität) beschäftigen, "nicht zuverlässig" seien. 15 weitere wurden als "teilweise zuverlässig" und nur zwei als "zuverlässig" beurteilt.

      "Das heißt: Die Hersteller von Glyphosat haben den EU-Behörden fehlerhafte Studien zur Gentoxizität vorgelegt, welche die Unbedenklichkeit von Glyphosat nicht belegen können", kritisierte Global 2000 in einer Aussendung. Dennoch hätten die zuständigen Behörden, die so genannten Assessment Group on Glyphosate (AGG), im vorläufigen Bewertungsbericht (September 2021) grünes Licht für Glyphosat gegeben. Der Bericht der AGG muss noch von verschiedenen EU-Gremien geprüft werden, bevor die Mitgliedsstaaten im Jahr 2022 eine endgültige Entscheidung über die Wiederzulassung treffen.

      Kritik an Studien: Entscheidende Fragen wurden nicht gestellt

      Der Hauptautor der neuen Studie, Siegfried Knasmüller, erläuterte die Erkenntnisse folgend: "Die entscheidenden Fragestellungen wurden nicht angesprochen. Keine der von der Industrie vorgelegten Studien untersuchte DNA-Schäden in der Leber, während veröffentlichte Studien mit angemessenen Methoden darauf hinweisen, dass Glyphosat in diesem Organ DNA-Schäden verursacht. Alle in den Industriestudien verwendeten Testsysteme sind zudem mehr als 30 Jahre alt und teilweise sehr unempfindlich. So weist beispielsweise das am häufigsten verwendete in-vivo-Modell nur 5 bis 6 von 10 Karzinogenen tatsächlich nach, wie die meisten Validierungsstudien zeigen."

      "Wir fordern die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) auf, diese neuen Erkenntnisse im laufenden Bewertungsverfahren für Glyphosat zu berücksichtigen", so die Gesundheits- und Umwelt-NGOs, die hinter der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) "Stopp Glyphosat" stehen.

      (oekoreich/APA)



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