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Es geht auch anders: Von plastikfreier Verpackung und Forschung am Firmendach

Kennen Sie die Firma niceshops? Vermutlich haben Sie schon mit ihr zu tun gehabt, auch wenn Ihnen das vielleicht gar nicht bewusst ist.

9/10/2022
  • Umwelt
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Es geht auch anders: Von plastikfreier Verpackung und Forschung am Firmendach

Kennen Sie die Firma niceshops? Vermutlich haben Sie schon mit ihr zu tun gehabt, auch wenn Ihnen das vielleicht gar nicht bewusst ist. Denn das Unternehmen aus der Steiermark gehört zu den „Hidden Champions“ des Onlinehandels. Bis zu 20.000 Pakete pro Tag werden von niceshops versandt, man ist in dutzenden Ländern Europas aktiv und beliefert jährlich Millionen von Kunden in aller Welt. Eine echte Erfolgsstory Made in Austria.

Doch wirklich interessant wird es dort, wo sich niceshops von multinationalen Handels- und Logistikgiganten wie Amazon & Co unterscheidet – nämlich bei der Ökologie. Denn der mittelständische Betrieb setzt gleich in vielerlei Hinsicht auf unternehmerische Verantwortungsübernahme im Sinne von Klima- und Umweltschutz. Und zwar nicht nur mit schönen Worten, so wie das derzeit viele machen, sondern mit ganz konkreten Maßnahmen.

Konkrete Maßnahmen statt schöner Worte

So werden zum Beispiel fast alle Pakete von niceshops komplett plastikfrei verschickt. 98 Prozent aller Sendungen kommen schon ohne Plastikverpackung aus, stattdessen werden umweltfreundliche, kompostierbare Materialien verwendet. Und man setzt auch stark auf Re-Use und Recycling, denn die verwendeten Paketboxen können wiederverwendet werden. So leistet man auch unmittelbar einen Beitrag zur Reduktion des Papiermülls.

Auch beim Strom ist man im Sinne des Klimaschutzes ganz weit vorne und bezieht ausschließlich Ökostrom, fast die Hälfte des Bedarfs wird zudem über die hauseigene Photovoltaikanlage produziert. Die Beheizung des Logistikzentrums in Saaz bei Feldbach erfolgt über die Biogasanlage eines benachbarten Landwirtes. Nachhaltiger geht’s wohl kaum, hier wird Kreislaufwirtschaft in mehrerer Hinsicht gelebt. Doch damit nicht genug.

Klimaforschung auf dem Dach

Denn auf dem Dach des Logistikzentrums findet sich eine hochmoderne Klima-Messstation, die vom weltberühmten Wegener Center der Universität Graz betrieben wird. Professor Gottfried Kirchgast hat ein Netzwerk mit über 150 Messstationen aufgebaut, das auch mit der NASA zusammenarbeitet und Daten über die klimatischen Bedingungen und Veränderungen in tausenden Metern Höhe verwertet.

Mikrowellen- und Infrarot-Radiometer messen dabei Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverlauf sowie den Bewölkungsgrad am Himmel über der Region Feldbach von der Dachplattform aus. Bis zu einer Höhe von 10.000 Metern werden diese Atmosphärendaten erfasst - ebenso wie der Wasserdampfgehalt, der Rückschlüsse auf die zu erwartenden Regenmengen in der Region erlaubt. Wichtige Daten für die Klimaforschung.


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