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Bäuerin ruft auf: „Lasst uns gemeinsam gegen Rechts aufstehen“

Rechtsextreme versuchen die deutschen Bauernproteste für sich zu nutzen - doch nun wehrt sich die Bauernschaft dagegen. Eine Bäuerin ergreift das Wort.

1/11/2024
  • Landwirtschaft
  • Deutschland
Bäuerin ruft auf: „Lasst uns gemeinsam gegen Rechts aufstehen“
Marie Hoffmann
Agrar-Influencerin Marie Hoffmann hat eine Botschaft

Tausende Menschen aus der Landwirtschaft sind in den letzten Tagen in Deutschland auf die Straße gegangen oder haben sich mit schwerem Gerät dorthin begeben. Ihr Protest richtet sich gegen die geplante Kürzung von Förderungen, ist aber auch Ausdruck einer insgesamt verfehlten Politik und einer für die Landwirte fatalen Marktdynamik. Denn auch wenn die Preise in den Supermärkten steigen, bei den Bauern kommt deswegen nicht mehr an.

Begleitet wurden die Proteste auch von medialen Berichten darüber, dass Rechtsextreme, insbesondere organisiert in der Partei „AfD“, systematisch und gezielt versuchen diese Demonstrationen für ihre Zwecke zu missbrauchen. Versinnbildlicht wurde das etwa durch die versuchte Stürmung der Fähre von Wirtschaftsminister Robert Habeck, der nach einem privaten Familienausflug von Rechtsextremen überrascht und bedrängt wurde.

Influencerin Marie Hoffmann ergreift das Wort

Gegen die pauschale Unterstellung, dass die Landwirtschaft einen Rechtsruck erleben würde, wehren sich aber nun Bäuerinnen und Bauern aus Deutschland. Ihrer Meinung nach ist das absolut nicht der Fall. So wandte sich die deutsche Influencerin Marie Hoffmann, auf Instagram mit bald 600.000 Follower*innen ein echtes Schwergewicht, dazu kürzlich mit einem wichtigen Appell an die deutsche Öffentlichkeit, aber auch an die Bauernschaft.

In einem Video, das bereits von zigtausenden Menschen gesehen wurde, reagiert sie auf Berichte. Und tatsächlich spricht sie auch offen darüber, dass es zu vereinzelten Entgleisungen im Rahmen der Proteste gekommen sei, auch wenn diese grundsätzlich friedlich und geordnet ablaufen würden: „Eine rechtsextreme Gruppe in Dresden, die versucht hat die Bauernproteste für sich und ihre Anliegen auszunutzen.“

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Marie Hoffmann erreicht hunderttausende Menschen
Klare und wichtige Distanzierung

Doch dabei sei es nicht geblieben, immer wieder würde es zu Einzelaktionen kommen, die dem Anliegen der Landwirte schaden würden: „Aber auch einige sehr unschöne Einzelaktionen wie ein Galgen am Frontlader mit einer Person oder der Ampel daran. Das ist absolut nicht in Ordnung und aufs Schärfste zu kritisieren, da es einer Gewaltandrohung gleichkommt.“ Eine klare und wichtige Distanzierung von diesen Wahnsinnstaten.

Die Proteste hätten den Sinn, dass ein Dialog ermöglicht wird: „Wir wollen nur gehört werden“ sagt Bäuerin Marie Hoffmann. Mit Rechts wolle man nichts zu tun haben: „Gerade wir als landwirtschaftliche Branche sind nicht daran interessiert, dass rechte Parteien Aufschwung erfahren, da sie zum Beispiel Subventionen gänzlich streichen wollen. Lasst uns daher alle gemeinsam gegen Rechts aufstehen damit wir unsere Demokratie schützen.“

Pauschalierungen schaden dem Dialog

Die Reaktionen unter dem Video, das auch tausende Likes erhalten hat, sprechen eine klare Sprache: „Starkes Video, danke für die Aufklärung!“ schreibt ein Kommentator. Die rechtsextreme Unterwanderung der Proteste macht vielen Menschen offenbar große Sorgen: „Das sind schon ganz schön viele „Einzelaktionen“ gewesen. Was man da an dummen, rechten und rassistischen Plakaten gesehen hat, war schon heftig“, schreibt eine Nutzerin.

Klar ist, dass man bei den Protesten unbedingt differenzieren muss. Die Landwirtschaft hat kein erkennbares Problem mit Rechtsextremismus, vielmehr versucht der organisierte Rechtsextremismus die Landwirtschaft zu instrumentalisieren. Dass diese sich derart klar davon abgrenzt ist nicht nur ein Gebot der Stunde, sondern zeigt auch, dass die Bäuerinnen und Bauern an einem demokratischen, konstruktiven Dialog interessiert sind.


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