Artikel

Veterinär gibt Einblick: Milch wird jetzt lieber verkauft, statt sie Kälbern zu geben

Einen besonderen Einblick gewährt der Vorarlberger Landesveterinär nun.

9/21/2022
  • Tiere
  • Landwirtschaft
  • Österreich
Veterinär gibt Einblick: Milch wird jetzt lieber verkauft, statt sie Kälbern zu geben

In der österreichischen Milchwirtschaft, die massenhafte Überschüsse und aktuell einen Selbstversorgungsgrad von über 170 Prozent erreicht, fallen männliche Kälber quasi als „Abfallprodukt“ an. Weil für sie kein erstrebenswerter Preis am heimischen Markt erzielt werden kann, werden die Tiere kurzerhand ins Ausland verkauft. Rund 3.000 Kälber landen alleine in Vorarlberg jedes Jahr im Tiertransporter und werden auf mitunter höchst strapaziöse Reisen geschickt. In Spanien oder Holland werden sie dann im Eiltempo mit Palmöl & Co hochgemästet und geschlachtet, ihr Fleisch wird wieder nach Österreich reimportiert und landet als „Original Wiener Schnitzel“ unerkannterweise am Teller.

Um dieser fatalen Dynamik entgegenzuwirken, hat die Landesregierung in Vorarlberg eine Reihe von Maßnahmen gesetzt. Unter anderem gibt es eine Prämie für Landwirte, die ihre Kälber mit Vollmilch aufziehen und im Inland schlachten lassen. Doch nun, bei gestiegenen Milchpreisen, dürfte sich der Ausverkauf ins Ausland wieder rechnen, weswegen erneut mehr Kälber in Transporter gesteckt werden. Der Landesveterinär Norbert Greber begründet das im Gespräch mit dem ORF so: „Es könnte damit zu tun haben, dass aktuell der Milchpreis sehr hoch ist. Und wenn das der Fall ist, dann hat natürlich der Landwirt ein Interesse daran, die Milch zu verkaufen und sie nicht im großen Stil an Kälber zu verfüttern.“


In eigener Sache: Wir arbeiten unabhängig von Parteien und Konzernen. Um unseren Fortbestand zu sichern, sind wir auf Abonnent*innen angewiesen. Bitte schließen Sie jetzt ein Abo ab und ermöglichen Sie damit unsere Berichterstattung. Danke!

Jetzt abonnieren
Logo Oekoreich

Werde Mitglied bei oekoreich+ und erhalte Zugang zu unseren Top-Stories und exklusive Einblicke.

Mehr erfahren

Jetzt weiterlesen

oekoreich möchte ein bestmögliches Onlineangebot bieten. Hierfür werden Cookies gespeichert. Weil uns Transparenz wichtig ist können Cookies und die damit verbundenen Funktionalitäten, die nicht für die Grundfunktion von oekoreich notwendig sind, einzeln erlaubt oder verboten werden.
Details dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Dort kannst du deine Auswahl auch jederzeit ändern.