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„Tierleid exportiert“: Millionen Küken zur Tötung ins Ausland gekarrt

Ein Problem wurde in Deutschland nicht gelöst - sondern nur ins Ausland verlagert.

1/27/2023
  • Deutschland
  • Tiere
  • Landwirtschaft
„Tierleid exportiert“: Millionen Küken zur Tötung ins Ausland gekarrt

Die Tötung von männlichen Küken ist in Deutschland seit dem 1.1.2022 gesetzlich verboten – und zwar gänzlich. Anders als in Österreich, wo das erfolgreiche Tierschutzvolksbegehren dazu beigetragen hat, dass Küken nicht mehr geschreddert und generell nur noch getötet werden dürfen, wenn sie als Futter für Zoos & Co fungieren können, gibt es in Deutschland ein Totalverbot. Und das hat seine Tücken, wie sich nun nach einem Jahr zeigt.

Denn die Millionen „Ein-Tages-Küken“ dürfen nun nicht mehr auf deutschem Boden getötet werden und verschwinden daher im Ausland. Wie Expert*innen kritisieren, werden die männlichen Küken massenhaft über die Grenze verkauft, größtenteils nach Polen. Dort sollen sie im Akkord getötet werden, wie NGOs recherchiert haben. Andere sollen aufgezogen und zum Spottpreis auf den afrikanischen Markt exportiert werden.

Die deutschen Behörden machen sich nun für ein EU-weites Verbot des Kükentötens stark, damit eben kein „Export von Tierleid“ mehr vorgenommen werden kann. Auch in deutschen Supermarkt-Regalen finden sich Eier von Tieren, deren männliche Geschwister kurz nach der Geburt vergast oder geschreddert werden. Eine bislang legale Umgehungskonstruktion, die nun auf europäischer Ebene ein Ende finden soll.


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