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      Neuer Laborcheck: Diese Müsliriegel enthalten Glyphosat und andere Pestizide

      12 Müsliriegel wurden im Labor analysiert, gleich 5 Produkte sind durchgefallen. Wir haben alle Ergebnisse.

      5/6/2022
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      • Österreich
      Neuer Laborcheck: Diese Müsliriegel enthalten Glyphosat und andere Pestizide

      Sie gehören zu den beliebtesten Snacks in Österreich und werden vor allem auch gezielt an Kinder und Jugendliche verkauft: Müsliriegel. Sie versprechen guten Geschmack, aber auch wertvolle Inhaltsstoffe, die der Werbung zufolge Kraft geben und den Körper mit allen möglichen Vitaminen oder Spurenelementen versorgen. Ein idealer Snack für zwischendurch also? In der Theorie vielleicht, in der Praxis leider nicht immer.

      Glyphosat im Müsliriegel

      Denn ein neuer Check zeigt, dass viele Produkte leider Stoffe enthalten, die sich in keinem Lebensmittel finden sollten. Schon gar nicht in einem, das sich an Kinder und auch an Schwangere richtet. Eine von Greenpeace durchgeführte Labor-Analyse von 12 aktuell in österreichischen Supermärkten erhältlichen Müsliriegel zeigt, dass gleich 5 Produkte zwei oder mehr Pestizide enthalten. Darunter Glyphosat. Dazu halten die Expert*innen fest:

      Glyphosat ist der weltweit meistgenutzte Wirkstoff in Unkrautvernichtungsmitteln. Das Pestizid kann eine Reihe an negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben, von der Reizungen der Augen und Haut bis hin zu Krebserkrankungen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Glyphosat bei Tieren als erwiesenermaßen krebserregend und beim Menschen als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Weiters gibt es Hinweise auf hormonelle Wirkung, Schädigung des Erbguts, der Embryonalentwicklung, der Leber und der Nieren.“

      Müsliriegel für Schwangere mit Pestizid-Rückständen

      Ganz besonders dramatisch: Darunter befindet sich auch der „Profutura Mama Müsliriegel für Schwangere“ von MILUPA, der sich explizit an Schwangere wendet. Die Aufnahme von Pestiziden kann für werdende Mütter sicher nicht empfehlenswert sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat Greenpeace den Test bei diesem Produkt extra noch einmal wiederholen lassen, dabei wurden die Ergebnisse aber bestätigt.

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      Diese 5 Müsliriegel sind im Laborcheck durchgefallen
      Die Expert*innen halten dazu fest: „Der Müsliriegel vom Babynahrungshersteller Milupa “Profutura Mama Müsliriegel für Schwangere Beeren-Mix” enthält laut Herstellerangaben viele verschiedene Getreidesorten (überwiegend Hafer und Weizen), Cranberries und Johannisbeeren. Das Glyphosat muss aus diesen Inhaltsstoffen stammen, allerdings ist nicht möglich zu bestimmen aus welchen.“

      Die 5 Müsliriegel, die nicht empfehlenswert sind

      Auch der sehr beliebte CORNY-Müsliriegel, der etwa auch an Tankstellen verkauft wird, weist Rückstände von Glyphosat auf, ebenso das Pestizid Pyrimethanil. Bei diesem Müsliriegel dürften die Rückstände auf die Rosinen oder das Getreide zurückzuführen sein, vermuten die Expert*innen. Auch auf zwei weiteren Produkten wurden Rückstände von jeweils mindestens zwei Pestiziden gefunden.

      Neben den Produkten hat sich Greenpeace aber auch das Sortiment der Supermärkte und Drogeriemärkte genauer angesehen und überprüft, wie viele Müsliriegel etwa aus Bio-Produktion stammen oder Inhaltsstoffe aus regionalem Anbau enthalten. Auch hier gibt es klare Verlierer, es sind BILLA und BILLA PLUS, die im Test am schlechtesten abschneiden und gerade mal auf ein enttäuschendes „Genügend“ kommen.
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      Das Sortiment der Supermärkte wurde gesondert bewertet


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