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      Neue Undercover-Recherche: Das sind die Schrecken der deutschen Gänsemast

      Neue Recherchen zeigen die wahren Zustände in deutschen Gänse-Mastbetrieben. Und entlarven damit das "deutsche Qualitätsprodukt" als Lüge.

      12/16/2021
      • Österreich
      • Tiere
      • Landwirtschaft
      • Deutschland
      Neue Undercover-Recherche: Das sind die Schrecken der deutschen Gänsemast

      Das Deutsche Tierschutzbüro hat kürzlich eine Undercover-Recherche aus deutschen Gänsemast-Betrieben veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen die furchtbaren Bedingungen, unter denen die Tiere ihr kurzes Leben verbringen müssen, bevor sie im Alter von maximal 15 Wochen geschlachtet werden. Die Organisation schreibt:

      Der Betrieb entspricht einer typischen deutschen Gänsemast-Anlage mit knapp 20.000 Gänsen, die hier jährlich in zwölf bis 15 Wochen gemästet werden. Dabei gilt die “deutsche Gans” als Qualitätsprodukt, obwohl es hierzulande keine Haltungsverordnung für Gänse gibt, die gesetzliche Mindestanforderungen zum Schutz der Tiere festlegt.“

      Die Aufnahmen, die in einem nicht näher genannten Betrieb angefertigt wurden, zeigen Gänse, die nicht mehr fähig sind, sich selbstständig zu bewegen. Ihnen droht daher auch das Verdursten, wenn sie es nicht mehr schaffen zu den Tränkanlagen zu gelangen. Die Realität wären daher kranke, schwache Tiere, die viel zu oft bereits vor dem Mast-Ende sterben.

      Finger weg von der Import-Gans!

      Die Investigativ-Recherche der NGO aus Deutschland zeigt, dass das in der Öffentlichkeit und Werbung verbreitete Bild nicht einmal ansatzweise mit der Realität in Einklang zu bringen ist. Nicht nur in Ungarn oder China sind die Bedingungen für die Tiere schrecklich, sondern auch mitten unter uns, in Mastanlagen, von denen man das nicht erwarten würde.

      Das Fleisch der Gänse landet auch massenhaft in Österreich. Gänse für Martini oder die Weihnachtszeit werden traditionell aus Ungarn oder Deutschland importiert, da die Eigenversorgung bei rund 25 Prozent liegt. Eine Alternative stellen Weidegänse aus regionaler Produktion dar, die jedoch mangels Kapazitäten schnell ausverkauft sind.

      Beim Kauf von Gänsen ist daher dringend auf die Herkunft und auch auf die Haltungsform zu achten. Mit einer Gans aus heimischer Biohaltung kann zumindest ausgeschlossen werden, dass den Tieren die grausame Prozedur der Stopfmast und Lebendrupf angetan wurde, da beides in Österreich bereits seit Jahren verboten ist.


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