"Konsumdialoge: Lebensmittel": Über Menschen, Tiere & Umwelt sprechen

„Österreichische Konsumdialoge: Lebensmittel“ von 28. bis 30.9.2023 in Steyr, mehr als 60 Speaker*innen und 50 Organisationen wirken mit

6/23/2023
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"Konsumdialoge: Lebensmittel": Über Menschen, Tiere & Umwelt sprechen
COMÚN
Foto von der Programm-Präsentation am 7. Juni 2023

Die „Österreichischen Konsumdialoge“, organisiert von der gemeinnützigen Bundesstiftung COMÚN, finden von 28. bis 30. September 2023 zum dritten Mal statt. Erstmals gastieren sie in Steyr in Oberösterreich, als Austragungsort konnte das Museum Arbeitswelt gewonnen werden, in dem auch die „Future Food“-Ausstellung gezeigt wird. Thematisch stehen Lebensmittel und die Zusammenhänge von Ernährung, Klima & Landwirtschaft im Fokus.

In drei Tagen werden dazu 12 öffentliche Diskussionen, 2 Ausstellungen, ein Geschmacks-Labor, drei verschiedene Mitmach-Workshops sowie zahlreiche Informationsstände und weitere Begegnungsmöglichkeiten angeboten. Mehr als 60 Personen aus Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bringen sich als Speaker*innen im Programm ein, über 50 Organisationen und Unternehmen sind inhaltlich eingebunden und vor Ort vertreten, mehr als 2.000 Mitwirkende werden erwartet.

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Die "Konsumdialoge" finden im Museum Arbeitswelt statt
Die Konsumdialoge sind ein bundesweit einzigartiges Forum, das sich durch die Vielfalt der Mitwirkenden und den besonderen Zugang in Wissensvermittlung und Dialogförderung auszeichnet. Hochkarätig und trotzdem auf Augenhöhe, durchaus kritisch aber immer konstruktiv - das ist unser Anspruch. Bei uns sind alle willkommen die mitgestalten möchten, denn die Zukunft unserer Lebensmittel geht uns alle an. Wir freuen uns sehr und sind dankbar, dass wir dieses Jahr im wunderbaren Steyr zu Gast sein dürfen. Ohne die Unterstützung von Stadt, Land und Bund, von Museum Arbeitswelt, der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, der HLW Steyr sowie vielen anderen Personen und Organisationen, wäre das nicht möglich“ so Organisator & COMÚN-Vorstand Sebastian Bohrn Mena.

Kostenfrei zugänglich, kein Vorwissen notwendig

Die „Konsumdialoge“ sind kostenfrei und für alle zugänglich, besonders junge Menschen sollen für eine Mitwirkung gewonnen werden. Die Angebote sind so gestaltet, dass kein Vorwissen oder Vorerfahrungen erforderlich sind. Zudem gibt es die Möglichkeit mit Verbänden & Unternehmen in Kontakt zu treten, Rohstoffe und Lebensmittel kennenzulernen und sich mit Expert*innen und Entscheidungsträger*innen persönlich auszutauschen. Bei der Programmerstellung wurde COMÚN von Expertin Susanne Mader unterstützt, außerdem hat das Projekt „Esserwissen“ unter Leitung von Katrin Fischer mitgewirkt. Drei Ministerien, das Land Oberösterreich und die Stadt Steyr fungieren als Förderpartner der „Konsumdialoge“, darüber hinaus bringt sich die HLW Steyr organisatorisch ein und das erfahrene Team des Museum Arbeitswelt unterstützt als Host in der Umsetzung.
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Im Zentrum stehen Schüler*innen, Konsument*innen und Bäuer*innen
Starke Einbindung von politischen Entscheidungsträger*innen und Landwirtschaft

Zahlreiche politische Entscheidungsträger*innen wirken persönlich an den öffentlichen und nicht-öffentlichen Dialogrunden im Rahmen der „Konsumdialoge“ mit. Darunter unter anderen die Bundesminister*innen Leonore Gewessler, Norbert Totschnig und Johannes Rauch, die oberösterreichischen Landesräte Stefan Kaineder und Michael Lindner sowie die Obleute von vier Nationalratsausschüssen und mehrere Europaabgeordnete. Besonders wichtig ist den Organisatoren auch der Dialog zwischen Konsument*innen und Bäuer*innen, weswegen zahlreiche Vertreter*innen der Landwirtschaft in das Programm eingebunden sind. Dazu zählen nicht nur die Repräsentanten von Branchenverbänden und Unternehmen aus dem Bereich der Lebensmittelproduktion, sondern vor allem ganz viele aktive Bäuerinnen und Bauern, insbesondere auch der jüngeren Generation.

Interessierte Personengruppen, Organisationen & Unternehmen können sich ab sofort unter konsumdialoge@comun.at für mehr Informationen und Mitwirkung bei den Konsumdialogen melden. Das Programm ist unter www.konsumdialoge.at/lebensmittel abrufbar.

Stadt Steyr – Bürgermeister Markus Vogl

Eine gesunde Ernährung mit hochwertigen Lebensmitteln darf keine Frage der Geldbörse sein. Auch der faire Umgang mit Produzentinnen und Produzenten sowie der Schutz von Tieren und einer lebenswerten Umwelt hängen davon ab, wie wir in Zukunft konsumieren. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass die „Österreichischen Konsumdialoge“, bei denen sich drei Tage lang alles um Herkunft, Entstehung, Verteilung und Konsum von Lebensmitteln dreht, heuer Steyr als Austragungsort gewählt haben. Was und wie wir in Zukunft konsumieren, hat unmittelbare Auswirkungen auf unser Miteinander.
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Starke Unterstützung gibt es durch den Bürgermeister von Steyr, Markus Vogl
Die Zukunftsfrage des bewussten Konsums beschäftigt uns als Stadt Steyr auf vielen Ebenen: Wir versorgen die Kinder unserer Stadt in Kindergärten, Krabbelstuben und Horten täglich mit frisch gekochtem, gesundem und leistbarem Essen. Das Museum Arbeitswelt regt mit seiner aktuellen Ausstellung „Future Food“ BesucherInnen an, darüber nachzudenken, wie wir uns in Zukunft ernähren werden und welchen Beitrag Essen für globale Gerechtigkeit leisten kann.

Ich bin stolz darauf, dass unsere Stadt im Herbst den Rahmen für kritischen Dialog und Austausch über die Zukunft unserer Ernährung bietet. Besonders freut es mich, dass die HLW Steyr Projektpartnerin ist und den Blickwinkel der jungen Menschen einbringt. Ich bin mir sicher, dass die hochkarätig besetzten Diskussionsforen für viele Steyrerinnen und Steyrer interessant sind und die „Konsumdialoge“ einen weiteren Anreiz bieten, sich mit sozialen und ökologischen Auswirkungen unseres Konsumverhaltens zu beschäftigen.“

Land Oberösterreich – Landesrat Stefan Kaineder

„Wie wir uns ernähren entscheidet ganz wesentlich über Umweltqualität, soziale und wirtschaftliche Strukturen, den Klimaschutz und unsere Gesundheit. Essen ist sowohl eine zutiefst persönliche als auch eine ausgesprochen politische Entscheidung. Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe, dass die Konsumdialoge die Themen Ernährung, Klima und Landwirtschaft aufgreifen und von allen Seiten beleuchten. Denn immer mehr Menschen beschäftigen sich mit den Auswirkungen unseres Ernährungsverhaltens. Sie möchten mit verantwortungsvollem Konsum einen Beitrag zum Schutz von Klima, Böden und unserer Artenvielfalt leisten, um auch nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen“, bestätigt Umwelt- und Klima-Landesrat Kaineder die Themensetzung der Konsumdialoge.

Das Umwelt- und Klimaressort unterstützt hier mit vielfältigen Projekten. So hat sich das Projekt „Appetit auf Gutes“ zum Ziel gesetzt, regionale Strukturen zur Lebensmittel-Versorgung zu stärken, und möchte dabei vor allem von Konsument:innen initiierte Projekte wie FoodCoops und SOLAWIs unterstützen. Eine Konsumalternative mit Mehrwert für beide Seiten. Die Produzent:innen erhalten durch die direkte Beziehung zu ihren Konsument:innen Wertschätzung für ihre Arbeit und werden bei ihrer Direktvermarktung unterstützt. Die Konsument:innen bekommen Zugang zu hochwertigen Produkten und Transparenz über die Herstellung ihrer Lebensmittel.
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Das Land Oberösterreich fördert die "Konsumdialoge" stark - allen voran Landesrat Stefan Kaineder
Wenn am Schulgelände bunte Kräuter wuchern, Beeren und Apfelbäume gepflanzt werden, dann handelt es sich um einen KlimaAcker. Dabei wird den Kindern und Jugendlichen unter fachkundiger Begleitung des Klimabündnis OÖ auf spielerische Weise der Wert von Lebensmitteln vermittelt. „Es ist jedes Mal eine Freude, zu sehen, mit welchem Interesse und Tatendrang die Kinder und Jugendlichen ihren eigenen KlimaAcker anlegen.

Sie pflanzen, säen, pflegen, ernten, verkosten und lernen wie viel Arbeit und Zeit im Gemüseanbau stecken, entwickeln ein Verständnis für gesunde Ernährung und erfahren, wie Naturzusammenhänge wirken. Dass die Konsumdialoge beim inhaltlichen Angebot einen besonderen Schwerpunkt auf Schüler:innen, Lehrlinge und Studierende legen, kann ich nur ausdrücklich begrüßen, freut sich Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, der das Ernährungsbewusstsein von klein auf stärken möchte. 

Landwirtschaftskammer Oberösterreich

Lange konnten sich die Bäuerinnen und Bauern darauf verlassen, dass breite Bevölkerungsschichten über familiäre und persönliche Beziehungen Einblick in die Landwirtschaft und in die Lebensmittelerzeugung haben. Damit waren ihnen Verständnis und Solidarität meist sicher. Heutzutage haben aber immer weniger Menschen in ihrem direkten Umfeld Kontakt zu bäuerlichen Betrieben, um sich so selbst ein Bild von der nachhaltigen Landwirtschaft in Österreich machen zu können. Meist entstehen dort, wo Information fehlt, Gerüchte und falsche Auffassungen.

Ein positives Image unserer heimischen Landwirtschaft bedingt Vertrauen und Verständnis durch die Gesellschaft. Es beeinflusst Kaufentscheidungen und erhöht die Bereitschaft, öffentliche Gelder in die regionale Land- und Forstwirtschaft fließen zu lassen. „Bäuerinnen und Bauern sollten die Chance nutzen, selbst aktiv den Dialog mit der Öffentlichkeit zu führen und über ihre Arbeit zu berichten. Diese Möglichkeit ergibt sich bei den Konsumdialogen in Steyr in besonderer Weise. Hier wollen wir aufzeigen und einmal mehr klarmachen, dass die heimische Landwirtschaft nachhaltig arbeitet und die hohe Qualität der Lebensmittel im Fokus steht. Bäuerinnen und Bauern nehmen sich intensiv Themen wie Tierwohl und nachhaltiger Bewirtschaftungsweisen an. Die erst kürzlich präsentierten hohen Teilnahmezahlen am Agrarumweltprogramm ÖPUL sind der Beweis dafür“, erläutert Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Ziel der Landwirtschaft ist es, ein realistisches Bild der eigenen Arbeit zu vermitteln. „Wir Bäuerinnen und Bauern stehen für den Dialog und sind dazu bereit, offene Fragen zu klären. Problematisch wird es nämlich dann, wenn andere ein Bild der Landwirtschaft zeichnen, das oft mit der Realität nichts zu tun hat. Das passiert leider immer wieder in diversen Werbebotschaften. Moderne Landwirtschaft hat nichts mit dem verklärten Bild von bäuerlichen Tätigkeiten in den 1950er Jahren zu tun, wo mit viel Handarbeit wenige Lebensmittel hergestellt wurden. Moderne Landwirtschaft steht für Versorgungssicherheit, Digitalisierung und Fortschritt. Wir Bäuerinnen stellen hochwertige Lebensmittel zu einem fairen Preis her. Das wollen wir im Rahmen der Konsumdialoge vermitteln und diese als Chance wahrnehmen, um Aufklärungsarbeit für das moderne Tätigkeitsspektrum der Landwirtschaft zu leisten“, so Grabmayr.

Wissensplattform EsserWissen

Das Projekt Esserwissen ist eine Initiative der Landwirtschaftskammer OÖ. Das Projektteam agiert in enger Zusammenarbeit mit Stakeholdern des Bereiches „Lebensmittelwissen“ und steht im Austausch mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft. Die Mitwirkung bei den Konsumdialogen umfasst die fachliche Beratung der Projektleiterin Katrin Fischer MSc BSc und den fachlichen Austausch mit den Teilnehmenden der Podiumsdiskussionen bereits im Vorfeld. 

Die Esserwisser bereiten mit ihrer digitalen Plattform komplexes Wissen rund um die Themen der Landwirtschaft, der Ernährung und der Umwelt einfach und verständlich auf. Für die Konsumdialoge wird es eine eigene Lebensmittel-Ausstellung der Esserwisser geben, um auch abseits der Podiumsdiskussionen das Wissen zu erweitern und interessante Fakten entdecken zu können. Werde zum Esserwisser! Wird Laktose nur für die Unverträglichkeit gebraucht oder hat sie noch einen anderen Sinn? Darf ich angekeimte Erdäpfel noch essen? Wie viel Boden wird für ein Kilogramm Brot benötigt? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie auf der Webseite www.esserwissen.at.

HLW Steyr

Ein besonderes Highlight dieser „Konsumdialoge“ ist zudem, dass Schülerinnen der HLW Steyr schon bei der Organisation und Bewerbung im Vorfeld einbezogen werden. Dazu die Schule: „Die Konsumdialoge widmen sich den Themen der unmittelbaren Zukunft. Als Berufsbildende Höhere Schule sieht auch die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) Steyr diese Themen als Zukunftsthemen, die jetzt angegangen werden müssen. Diesen Zielen sind nicht nur die Unterrichtenden an der HLW verpflichtet, auch die Schülerinnen und Schüler widmen sich diesen in verschiedenen Projekten. Sie sind es auch, die erkannt haben, dass sie sich in der Vertiefung Kultur-, Tagungs- und Kongressmanagement mit ihrer Unterstützung bei der Organisation und Durchführung der Konsumdialoge für diese Zukunftsthemen engagieren können und auch andere Jugendliche dazu bewegen können, sich zu engagieren.“
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Der Spaß wird bei den Konsumdialogen nicht zu kurz kommen
COMÚN-Vorstand Sebastian Bohrn Mena freut sich über diese besondere Form der Zusammenarbeit: „Unser Ziel ist es möglichst viele Menschen für die Beschäftigung mit Lebensmittel zu begeistern. Es ist daher großartig, dass wir Schülerinnen für eine aktive Mitwirkung bereits im Vorfeld gewinnen konnten. Ich danke dem Team der HLW Steyr und vor allem den tollen Schülerinnen, dass sie sich in die Organisation und Bewerbung einbringen werden, das ist ein großer Gewinn für uns alle. Sie kennen die Perspektiven ihrer Altersgenossen, sie bringen wertvolle Anregungen mit ein und machen die Konsumdialoge 2023 somit zu einer ganz besonders interessanten Veranstaltung“.


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