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Meinung

„Hört endlich auf damit!“: Konsumenten verlangen Ausstieg aus Tierqual-Importen

Ob der ukrainische Agrarkonzern bei HOFER, der italienische Geflügelkonzern bei SPAR oder der litauische Fleischkonzern bei REWE – nach wie vor landet bei österreichischen Supermärkten das importierte Fleisch aus dem Ausland im Regal.

2/25/2022
  • Landwirtschaft
  • Österreich
  • Ernährung
„Hört endlich auf damit!“: Konsumenten verlangen Ausstieg aus Tierqual-Importen

Ob der ukrainische Agrarkonzern bei HOFER, der italienische Geflügelkonzern bei SPAR oder der litauische Fleischkonzern bei REWE – nach wie vor landet bei österreichischen Supermärkten das importierte Fleisch aus dem Ausland im Regal. Dort finden sich auch immer noch die Käfigeier aus aller Welt, etwa aus Argentinien oder Indien, schön eingearbeitet in Nudeln oder Kuchen. Und das, obwohl sie bei uns bereits seit Jahren verboten sind.

Die Tierqual-Importe, die zuletzt wieder durch den aktuellen Fall des Import-Geflügels des Konzerns AIA bei SPAR in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten sind, stellen bei uns leider überhaupt keine Ausnahme dar. Denn abgesehen davon, dass uns im Rahmen von Daueraktionen und Rabattschlachten das Importfleisch um die Ohren geschleudert wird, ist insbesondere auch in der Gastronomie der Anteil der Importe extrem hoch.

Verbände stellen klar: Es ist genügend Ware vorhanden, wenn man sie will

Beispiel Geflügel: Schätzungen der Branche zufolge beträgt der Anteil an heimischer Ware in der Gastronomie und Hotellerie bei lediglich 10 Prozent, bei Eiern soll es ähnlich mies aussehen. Dort wird die flüssige oder pulverisierte Ware in Eimern und Kanistern zur Erzeugung von Eierspeis, Kaiserschmarrn & Co herangezogen. Eine echt eklige Angelegenheit, wenn man sich die Herkunft dieser Eier vor Augen hält.

Erst kürzlich hat der Branchenverband des Geflügels sehr deutlich klargestellt, dass genügend österreichisches Fleisch geliefert werden könnte, wenn man rechtzeitig bestellen würde. Das ist jedoch notwendig, damit die Landwirte nicht auf ihren Investitionen sitzenbleiben. Damit ist die Mär von der Nicht-Verfügbarkeit von österreichischem Fleisch zumindest im Bereich des Geflügels endgültig zu Grabe getragen worden.

Oder Beispiel Kalbfleisch: Obwohl tausende Kälber jedes Jahr ins Ausland verkauft werden, wir also in Österreich wahrlich genügend Angebot hätten, landet in der Gastronomie im Schnitzel das gequälte Kalb aus Holland oder Spanien. Dass die Rinderbranche bereits mit dem „Kalb Rosé“ ein überlegenes Alternativangebot geschaffen hat, das scheint von vielen immer noch nicht wahrgenommen worden zu sein. Oder es wird schlicht ignoriert.

Im Supermarkt erfahren wir es wenigstens auf einen Blick, wenn das Frischfleisch aus dem Ausland stammt. Das ist wohl mit ein Grund dafür, wieso es immer weniger geworden ist über die Jahre. Und wenn SPAR auch endlich das ausländische Geflügel auslistet und REWE und HOFER bei Aktionen auf die Importe verzichten, dann haben wir hier bald wirklich einen erstklassigen Zustand im Handel erreicht. Bleiben die verarbeiteten Produkte.

Handel hat ermutigende Signale gesetzt

Genauso wie in der Gastronomie, erfahren wir beim Griff zur Convenience-Ware – dazu zählt bereits das marinierte Schnitzel – in der Regel überhaupt nicht, woher das Fleisch oder die Eier stammen. Das muss sich ändern. Dass der Handelsverband Österreich sich dafür ausgesprochen hat, ist ein Meilenstein auf dem Weg in eine transparente Zukunft. Wir begrüßen das sehr und sind froh, dass der Handel sich zum Fortschritt bekennt.

Nun muss auch die Gastronomie und Hotellerie folgen. Die Konsument*innen verlangen den Ausstieg aus den Tierqual-Importen. Und wenn man ihnen die Wahrheit über die Herkunft sagen würde, dann könnten sie das auch bei der Bestellung oder an der Kassa zum Ausdruck bringen. Mag sein, dass es einem verschwindend geringen Teil egal ist, woher die Lebensmittel stammen. Die allermeisten hingegen wünschen sich Regionalität und Tierwohl.


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