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„Finger weg“: Neuer Ratgeber zeigt, bei welchem Fleisch man nicht zugreifen sollte

Diese "Gütesiegel" halten nicht was sie versprechen - und bei diesen Fleischarten sollte man grundsätzlich lieber wenig essen.

2/2/2022
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„Finger weg“: Neuer Ratgeber zeigt, bei welchem Fleisch man nicht zugreifen sollte

Der WWF hat einen Fleischratgeber veröffentlicht, der Menschen dabei unterstützen soll sich ökologischer zu ernähren. Er richtet sich bewusst an Menschen, die Fleisch und tierische Lebensmittel konsumieren und möchte diese dazu bewegen über den eigenen Teller einen Beitrag zu mehr Tierwohl sowie mehr Klima- und Umweltschutz zu leisten. Zu diesem Zweck haben die Expert*innen des WWF einerseits Fleisch vom Schwein, Huhn und Rind unter die Lupe genommen und bewertet, ob und in welchem Ausmaß man zugreifen soll.

Gleichzeitig wurden auch pflanzliche Alternativen untersucht, die allesamt ein „Greif zu“ erhalten, auch wenn bei manchen der Einsatz von Pestiziden bei der Herstellung der Rohstoffe kritisiert wird. Bedenkt werden sollte auch der CO2-Fußabdruck von Import-Bio-Produkten, die zwar in der Erzeugung ökologischer sind, aber durch ihre lange Reise mitunter tausende Kilometer an Transportwegen hinter sich haben. Und dennoch weisen diese eine bessere Bilanz auf als etwa Schweinefleisch aus Österreich.

Der Grund dafür liegt vor allem in der Fütterung mit Regenwald-Soja, aber nicht nur. Der WWF bewertet die Einstufung in „Finger weg“ von AMA-Gütesiegel-Schweinefleisch so: „Konventionelle Schweine werden mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert, das zum Großteil aus Südamerika stammt und dort Regenwald für dessen Anbau gerodet wird. In der Kategorie Tierwohl schneidet das heimische, konventionelle Schweinefleisch Rot ab, da Kastration ohne Betäubung möglich ist, Schwänze kupiert werden dürfen und den Tieren viel zu wenig Platz und Auslauf zur Verfügung steht.“ Das gleiche gilt auch für Importfleisch, etwa aus Deutschland oder anderen EU-Ländern.

Hühnerfleisch weit weniger problematisch

Anders sieht es bei Hühnerfleisch aus Österreich aus. Hier gibt es eine eingeschränkte Empfehlung, denn die Fütterung geschieht gentechnikfrei und die Tiere haben mehr Platz als im EU-Ausland und werden weniger stark mit Antibiotika behandelt. Von Geflügel aus Brasilien oder auch nur aus Deutschland soll man allerdings laut WWF besser die Finger lassen, da dort die Standards deutlich niedriger sind als in Österreich. Ähnlich sieht die Empfehlungslage auch bei Rindfleisch aus.

Sehr gut hingegen schneiden durchwegs die Bio-Produkte ab, etwa beim Schweinefleisch: „Bio-Schweine aus Österreich werden nur mit biologischen Futtermitteln gefüttert, welche nicht zur Zerstörung des Regenwaldes beitragen. Bio-Schweine müssen verpflichtend die Möglichkeit zum Auslauf haben, verfügen über mehr Platz als konventionelle Schweine und dürfen nur unter wirksamer Betäubung kastriert werden.“


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