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      Verramschung: So viel Fleisch verschleudern Supermärkte in Aktion

      In der Werbung wird immer mit "100 Prozent Österreich" geworben - doch die Aktionsware ist davon ausgenommen. So hoch ist ihr Anteil am Sortiment wirklich.

      10/6/2021
      • Landwirtschaft
      • Ernährung
      • Österreich
      Verramschung: So viel Fleisch verschleudern Supermärkte in Aktion

      In der Werbung scheint es fast so, als würde es in heimischen Supermärkten nur noch Fleisch aus Österreich geben – und nur solches, das unter höchsten Tierwohl- und Umweltstandards erzeugt wurde. Leider ist das nicht ganz und gar nicht so, wie wir bereits am Beispiel von zahlreichen Fällen aufdecken konnten. Denn nahezu täglich werden uns Fotos von ständig neuen „Extremaktionen“ übermittelt, die darin verschleuderten Lebensmittel stammen aber oftmals aus dem Ausland. Auch wenn das nicht immer gleich ersichtlich ist.

      Kleingedruckt: Die Ausnahmen von der „Regionalitäts-Garantie“

      Denn erst im Kleingedruckten kann man nachlesen, dass es sich bei der intensiv beworbenen „Regionalitäts-Garantie“ vieler Handelskonzerne in den meisten Fällen nur um einen Marketing-Schmäh handelt. Ausgenommen davon sind nämlich Lebensmittel in Aktion sowie verarbeitete Produkte und auch Tiefkühlware. Was bleibt dann noch übrig, fragt man sich? Auskunft darüber geben die Supermarkt-Ketten freilich nicht. Die Vermutung liegt daher nahe, dass es sich um einen verschwindend geringen Anteil handelt.

      Nun hat die AMA neue Zahlen dazu veröffentlicht, wie viele Lebensmittel tatsächlich gegenwärtig in Aktion angeboten werden – und damit etwa auch von den verschiedenen „Garantien“ der Supermärkte ausgenommen werden. Am Ende der Aktionskette stehen die Eier, die im Schnitt zu 20 Prozent in Aktion angeboten werden. Jedes zweite Ei wird daher verbilligt verkauft. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil aber um fast 20 Prozent gestiegen, wie die aktuellen Zahlen zum 1. Halbjahr 2021 zeigen.

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      Fleisch und Wurst werden regelrecht verschleudert

      Bei Gemüse sind es schon über 23 Prozent, bei Milchprodukten sogar 26 Prozent. Gegenüber dem Vergleichszeitraum ist der Aktionsanteil in diesem Segment um 10 Prozent gestiegen. Deutlich mehr wird aber bei Fleisch und Wurst vergünstigt abgegeben – hier ist es fast ein Drittel des gesamten Angebots, wie die Infografik der AMA zeigt. Die Preisschlachten gerade in diesem Bereich treiben ständig neue Blüten, ein Kilogramm Schweinefleisch um 3 Kilo oder ein ganzes Huhn zum gleichen Preis sind keine Seltenheit mehr.

      Ganz zu schweigen von den obszön tiefen Preisen, die teils im Großhandel kursieren, wo etwa die Gastronomie im großen Stil einkauft. Dass es sich dort meistens um Importware handelt, insbesondere bei Geflügel und Eiern, braucht wohl nicht erwähnt werden. Am höchsten ist der Anteil an Aktionsware im Supermarkt aber bei Fertiggerichten. Also genau dort, wo nicht deklariert wird, woher die einzelnen Zutaten kommen. Oftmals stecken da Käfigeier und Qualfleisch aus dem Ausland drin, die zum Spottpreis abgegeben werden.



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