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    Bauern bitten Gemeinden um Hilfe gegen Supermarkt-Container

    In einem Brief appelliert die Landwirtschaft an die Gemeinden, die Bauern stärker zu unterstützen. Statt Container in die Dörfer zu stellen, sollten die Handelskonzerne mehr regionale Lebensmittel in die Regale legen.

    5/13/2021
    • Landwirtschaft
    • Österreich
    • Ernährung
    Bauern bitten Gemeinden um Hilfe gegen Supermarkt-Container

    Vor kurzem sorgte die Aufstellung von 4 „Regional Boxen“ durch BILLA in Kärnten für viel Unmut – eine Bäuerin hatte in sozialen Medien auf ihre Situation aufmerksam gemacht und davor gewarnt, dass das für sie so wichtige Geschäft der Direktvermarktung durch die Container bedroht sei. Nun hat die Landwirtschaftskammer den Hilferuf aufgegriffen und appelliert in einem offenen Brief an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, bei der Errichtung von Selbstbedienungsläden den Bäuerinnen und Bauern den Vorzug zu geben.
     
    In dem Brief der Landwirtschaftskammer heißt es wortwörtlich: „Auch wenn in diesen ,,Regionalboxen" des Lebensmitteleinzelhandels regionale Produkte bäuerlicher Erzeuger gelistet werden, sehen wir durchaus die Gefahr, dass mittelfristig die Machtposition der Konzerne und deren Konkurrenz untereinander dazu führen wird, dass den bäuerlichen Lieferanten Niedrigpreise abverlangt werden und sich die Situation nach der Etablierung der Standorte zu Ungunsten der bäuerlichen Betriebe entwickeln könnte.“
     
    Extrem-Beispiel verarbeitete Eier: 97 Prozent aus unbekannter Herkunft
     
    Auch wenn der Lebensmittel-Handel unbestritten in vielen Bereichen ein wichtiger und wertvoller Partner der heimischen Bauern und Veredelungsbetriebe ist, so sorgt diese Entwicklung doch für große Sorgen, auch bei vielen Konsumenten. Der Wunsch ist demnach nicht, dass die Container in die Dörfer gestellt werden, sondern dass mehr Produkte heimischer Produzenten den Weg in die Regale der Handelsketten finden. Die Entwicklung sollte also in die umgekehrte Richtung laufen, davon würden alle profitieren.
     
    Ein gutes Beispiel dafür sind Eier. In österreichischen Supermärkten finden sich über 13.000 Produkte, in denen Eier verarbeitet werden. Von Nudeln über Teig, in bis zu 97 Prozent dieser Lebensmittel stecken Käfigeier, deren Erzeugung in Österreich bereits verboten ist. Möglich macht das die Intransparenz. Solange Konsumenten nicht erkennen können, woher die Rohstoffe für die Lebensmittel stammen, solange können sie sich nicht für die heimischen Produkte entscheiden. Dieser Appell muss freilich an die Politik erfolgen.




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