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Bauer trifft Tierschützer: So lief die Diskussion über Fleisch & Co ab

Es war eine Konstellation, wie sie im österreichischen Fernsehen derzeit noch nicht sehr häufig zu sehen ist.

3/3/2023
  • Tiere
  • Landwirtschaft
  • Österreich
Bauer trifft Tierschützer: So lief die Diskussion über Fleisch & Co ab
oe24.at
Tierschützer Georg Prinz (links) traf auf Landwirt Josef Kaiser (rechts)

Es war eine Konstellation, wie sie im österreichischen Fernsehen derzeit noch nicht sehr häufig zu sehen ist – und vielleicht gerade deshalb so interessant anzuschauen war. Der junge praktizierende Landwirt Josef Kaiser, mit einem Schweinezucht-Betrieb in der Steiermark, traf bei o24tv kürzlich auf den jungen praktizierenden Tierschützer Georg Prinz, gebürtig aus dem Waldviertel. Hier der vegan lebende Aktivist vom „Verein gegen Tierfabriken“, berüchtigt für seine Aufdeckungen, dort der fleischessende Steirer, der prototypisch für eine neue Generation von Bäuerinnen und Bauern steht.

Moderiert von Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Initiative oekoreich, trafen die beiden kürzlich zum ersten Mal aufeinander, um über die Landwirtschaft und unsere Ernährung zu sprechen. Haben Fleisch, Käse, Milch & Co eine Zukunft oder wird sich unsere Gesellschaft in wenigen Jahren schon rein pflanzlich ernähren? Ist die Kuh tatsächlich ein Klimakiller und sind pflanzliche Ersatzprodukte, die mitunter tausende Kilometer weit reisen, eine Alternative? All das wurde diskutiert und erstaunlicherweise war die Diskussion ruhig, sachlich und von wechselseitiger Wertschätzung geprägt.

Unterschiedliche Standpunkte – aber auch Übereinstimmung

Die Menge an Kalorien, die durch die Veredelung von Gras in Form von Milch durch Kühe erzeugt wird, wäre rein pflanzlich auf der Fläche gar nicht bereitstellbar, so Josef Kaiser. Österreich hätte schon rein topographisch gesehen nicht die Möglichkeit, seine Bevölkerung nur mit Pflanzen zu ernähren, ganz abgesehen davon, dass an der Landwirtschaft auch der Tourismus hängt. Aber er räumt ein, dass ein bewusster und im Bereich des Fleisches auch reduzierter Konsum für alle Beteiligten zuträglich wäre. Die Massentierhaltung, wie sie etwa im Ausland gelebt wird, lehnt er ab, das Wohl der Tiere sei ihm wichtig.

Georg Prinz wiederum konterte, dass in der Mast von Schweinen in Österreich nach wie vor hunderttausende Tonnen an Soja aus dem brandgerodeten Regenwald verfüttert werden. Das würde die Klimabilanz von Fleisch weiter verschlechtern. Durch eine massive Reduktion des Fleischkonsums könnte ein wesentlicher Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel geleistet werden. Auch würden die Rohstoffe für pflanzliche Ersatzprodukte, etwa Hafer oder auch Soja, in Österreich selbst angebaut werden. Und nicht zuletzt wird weltweit ein erheblicher Teil der Agrarflächen nur für Futtermittel verwendet.

Einig war man sich darin, dass tierische oder pflanzliche Lebensmittel aus der Region stammen sollen. Und auch darin, dass man den Dialog leben müsse – egal, ob man sich nun pflanzlich oder mit tierischen Lebensmitteln ernährt. Das erste Aufeinandertreffen im Fernsehen war interessant, informativ und unterhaltsam. Die gesamte Sendung kann hier nachgesehen werden.


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