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„Ausverkauf der Landwirtschaft“: HOFER verschleudert Huhn um 1,99 Euro

Der milliardenschwere deutsche Diskonter HOFER sorgt gegenwärtig mal wieder für Aufregung.

11/27/2021
  • Tiere
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„Ausverkauf der Landwirtschaft“: HOFER verschleudert Huhn um 1,99 Euro
Symbolbild Hühnerfleisch

Der milliardenschwere deutsche Diskonter HOFER sorgt gegenwärtig mal wieder für Aufregung. Diesmal geht es nicht um Fleisch von dubiosen Konzernen, das in der Vergangenheit in seinen Regalen gelegen ist, sondern um die systematische Entwertung von heimischen Lebensmitteln, die ihm Bauern vorwerfen. Anlassfall ist eine aktuelle Aktion, in der ein Kilogramm Hühnerfleisch aus Österreich um weniger als 2 Euro angeboten wird.

Geflügelbauern äußern im Netz ihre große Enttäuschung angesichts dieser Schleuderpreise bei HOFER und schreiben vom „Ausverkauf der Landwirtschaft“, der durch Extrem-Rabatte stattfinden würde. Viele Konsumenten dürften das ähnlich sehen, der Zuspruch in sozialen Netzwerken zu dieser Kritik fällt jedenfalls gewaltig aus. Eine Kritikerin schreibt etwa: „Es ist eine Frechheit, wenn für Lebewesen so wenig verlangt wird.“

Systematische Entwertung von Lebensmitteln

Der Effekt würde sich negativ auf alle Akteure im Lebensmittelbereich auswirken, befindet die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Geflügelwirtschaft in einer Aussendung: „Die Wertigkeit für hochqualitatives, österreichisches Geflügel geht bei solchen Preisen zur Gänze verloren. Wenn ein österreichisches Hendl so billig angeboten wird, dann leiden alle entlang der Produktionskette.“ Die Produktionskosten wären in Österreich sehr hoch, auch aufgrund des Verzichts auf genmanipuliertes Soja oder höhere Tierwohl-Standards.

Die Geflügelbranche weist auch auf die langfristigen negativen Folgen hin, die solche Lebensmittel-Entwertungen durch Handelskonzerne haben können: „Bei Konsumenten hinterlassen starke Rabatte bei Fleisch den Eindruck, dass die Produkte auch zu diesen Konditionen produziert werden können. Es entsteht ein neues Preisempfinden für das Produkt und die Erwartungshaltung nach ähnlich tiefen Preisen beim nächsten Einkauf.“



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