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      „Zum Schämen“: Australisches Fleisch in österreichischen Berghütten

      Ein bizarrer Fall regt nun erneut viele Menschen auf: Hier in Österreich wird Fleisch aus Australien serviert.

      9/6/2021
      • Ernährung
      • Österreich
      „Zum Schämen“: Australisches Fleisch in österreichischen Berghütten

      Seit Jahren fordern wir die verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln – nach Herkunft und Haltung. Und zwar sowohl bei verarbeiteten Produkten im Supermarkt als auch in öffentlichen Küchen und in der Gastronomie. Große Unterstützung erhalten wir dabei von breiten Teilen der Bevölkerung, die das ebenfalls verlangen. Ein besonders absurdes Beispiel zeigt nun erneut auf, wie dringend notwendig das wäre.

      Einem Bericht der Tiroler Tageszeitung zufolge hat eine Touristin aus Salzburg kürzlich in Tirol beobachtet, wie massenhaft Fleisch aus Australien in Gondeln in ein Bergrestaurant verladen wurde. Auf der Speisekarte findet sich der Hinweis auf die Herkunft in der Regel freilich nicht mehr. Wohl kein Wunder: Wer würde schon ausgerechnet auf einer Bergrestaurant ein Schnitzel bestellen, das zigtausende Kilometer an Reise hinter sich hat?

      Die Debatte zur Herkunftskennzeichnung nimmt an Fahrt auf

      "Zum Schämen" findet das die Touristin aus Salzburg. Und auch die Agrarfunktionäre in Tirol geben sich angesichts dieses neuerlichen Falles bedrückt. Die politische Debatte um die Herkunftskennzeichnung nimmt unterdessen weiter an Fahrt auf. Nach dem erfolgreichen Tierschutzvolksbegehren, in dem die Kennzeichnung der Lebensmittel eine Kernforderung war, wird hinter den Kulissen aktuell verhandelt, wann und in welcher Form sie endlich umgesetzt wird.

      Während die Grünen, der Bauernbund und auch sonst alle Akteur*innen für eine rasche Umsetzung der Kennzeichnung in Handel & Gastronomie sind, wehrt sich der Wirtschaftsbund der ÖVP. Kein Wunder, manche in Industrie und Handel wünschen sich eine möglichst lasche Regelung, damit die Konsument*innen auch weiterhin getäuscht werden können. Immerhin ist das seit Jahren sehr lukrativ für manche.
       



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