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      Unfälle & Tierleid: Wann werden die Fiaker-Pferde aus den Innenstädten befreit?

      Ein zwei Jahre altes Mädchen wird von einem Fiaker in Wien überrollt - wie oft muss noch etwas passieren, bis die armen Pferde aus der Innenstadt befreit werden?

      8/13/2021
      • Tiere
      • Österreich
      Unfälle & Tierleid: Wann werden die Fiaker-Pferde aus den Innenstädten befreit?

      Jetzt ist es schon wieder passiert. Ein zwei Jahre altes Mädchen ist gestern von einem Fiaker überrollt worden. Offenbar konnte das Gefährt nicht rechtzeitig gestoppt werden. Das ist leicht vorstellbar, die armen Pferde haben Scheuklappen auf und können eben auch nicht unmittelbar stehenbleiben. Seit dem tragischen Unfall mit dem Kleinkind haben sich wieder tausende Wiener*innen gemeldet und verlangen nun endlich ein Ende der Fiaker-Fahrten in der Innenstadt.

      Die Unfallgefahr für Menschen wie Tiere ist hoch. Gefühlt wöchentlich kommt es zu einem ernsten Zwischenfall – mal stirbt ein Pferd auf offener Straße, mal wird es schwer verletzt. Und auch Menschen sind nicht sicher, wie diese unglaubliche Tragödie in Wien nun zeigt. Wozu überhaupt das alles? Wer muss an einer „Tradition“ festhalten, die so viel Leid und übrigens auch hohe Kosten (Reinigung, Sanierung etc.) verursacht? 

      Es wird immer schlimmer

      Die nächsten Jahre werden die Lage weiter noch verschärfen, denken wir nur an die Erhitzung der Städte. Schon jetzt erreichen wir immer mehr Hitzetage mit weit über 35 Grad, wie wird das erst in 5 oder 10 Jahren sein? Wir Menschen fliehen in den Schatten, stellen uns in den Wind der Klima-Anlagen oder verschanzen uns in verdunkelten Räumen. Die Pferde hingegen stehen mitunter viele Stunden in der prallen Sonne.

      Vor 100 Jahren war es vielleicht noch notwendig, dass man sich von Pferden durch die Stadt ziehen lässt. Heute ist es das mit Sicherheit nicht mehr. Und auch reiche Tourist*innen sollten nicht das Recht haben sich auf Kosten der Tiere die Innenstadt anzusehen. So groß ist die City auch nicht, das schafft man mit ein paar Spaziergängen locker an einem Vormittag. Und wer nicht gut bei Fuß ist, könnte auf ein E-Auto umsteigen.

      Die Schwachsinnigkeit muss endlich aufhören

      So oder so: Es ist meiner Meinung nach absolut schwachsinnig, im Jahr 2021 noch Tiere am heißen Beton der Wiener Innenstadt stundenlang herumstehen zu lassen, bis sie dann eine gefüllte Kutsche durch die engen, verstopften Gassen ziehen dürfen. Es ist wohl in Wahrheit am Rande der Fahrlässigkeit, jedenfalls aber nicht mit dem Tierschutzgedanken vereinbar und gehört daher nun endlich gestoppt. Viel zu lange diskutieren wir schon darüber.

      Dazu braucht es nicht viel – im Grunde nur eine Einigung zwischen der Wiener Stadtregierung und der österreichischen Bundesregierung. Beide haben vor kurzem eine entsprechende Einigkeit signalisiert – worauf warten die Regierenden also noch? Wie viele Unfälle müssen noch passieren, wie viele Tiere und Menschen zu Schaden kommen, bis man die Tiere endlich aus den kochenden Innenstädten befreit?



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