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Tiere sind keine Sachen: Studie zeigt, wie stark Bevölkerung nach Wandel strebt

Eine neue Studie zeigt, wie stark in der Bevölkerung bereits der Wunsch nach einem grundsätzlichen Wandel in der Landwirtschaft ausgeprägt ist.

1/21/2022
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Tiere sind keine Sachen: Studie zeigt, wie stark Bevölkerung nach Wandel strebt

Der neue deutsche Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, der grüne Cem Özdemir, sorgt gegenwärtig regelrecht für Furore – nicht nur in Deutschland. In ganz Europa lauscht man gespannt seinen Ausführungen, etwa wenn er sich als oberster Tierschützer des Landes bezeichnet oder ankündigt, dass die Art und Weise wie mit Tieren in der Landwirtschaft umgegangen wird, sich grundsätzlich ändern müsse.

Kein Wunder, Deutschland ist gemeinsam mit Frankreich die wichtigste europäische Agrarnation und insbesondere was Fleisch und Milch betrifft auch ein weltweiter Giga-Produzent. Auch wenn sich die ganz großen Tierfabriken zuletzt noch stärker nach Spanien verlagern oder auch China seine Massentierhaltung im Eiltempo ausbaut, die deutsche Landwirtschaft ist nach wie vor das Maß der Dinge in der Europäischen Union.

Die Abkehr von der Turbokuh?

Während sich die Landwirtschaft in Österreich oder der Schweiz auch aus topographischen Gründen eher als „Feinkostladen“ versteht, war die deutsche Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten auf Masse ausgerichtet. Die 10.000-Liter-Turbokühe wurden zum Synonym für ein auf Leistung getrimmtes Agrarsystem, für das nicht nur die Tiere und kleinbäuerlichen Strukturen, sondern nicht zuletzt auch die Umwelt die wahren Kosten tragen musste.

Nun zeigt eine neue Studie des Sinus-Instituts, welche die ZEIT kürzlich exklusiv veröffentlichte, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nach einer Veränderung ruft. Ganze 75 Prozent sprechen sich demnach für einen „starken Wandel in der Politik der Tierhaltung“ aus, ganze 43 Prozent stimmen der Aussage zu, dass „eine Ernährung ohne Tierprodukte die beste Lösung“ wäre. Das ist nicht weniger als ein Paradigmenwechsel.

Der Trend ist eindeutig

Schon jetzt zeigen auch andere Entwicklungen, dass der Trend in Richtung tier- und umweltfreundliche Ernährung geht. So soll etwa der Umsatz mit Fleischersatzprodukten in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2022 an der 700-Millionen-Euro-Grenze kratzen und auch Bio erlebt einen neuen Boom. Seit 2010 hat sich der Umsatz mit Bio-Produkten in Deutschland mehr als verdoppelt und lag 2020 bei fast 15 Milliarden Euro.

Auch wenn es sich – aus unterschiedlichsten Gründen – noch nicht im vollen Umfang im Konsum abbildet, den Menschen verlangt es nach Reformen. Wenn ganze 67 Prozent der Deutschen der Studie zufolge findet, dass „Tiere in politischen Entscheidungsgremien zu wenig vertreten werden“, dann weiß man, dass Özdemir nicht nur Idealist ist, sondern als Politiker auch ganz genau verstanden hat, was die Menschen sich von ihm erwarten.


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