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Meinung

Schoko-Business: Hungerlöhne für Bauern, Millionengewinne für Konzerne

Es gibt Alternativen zu Milka, Ferrero & Co - aber sie sind noch nicht gut genug.

4/8/2024
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Schoko-Business: Hungerlöhne für Bauern, Millionengewinne für Konzerne

Rund um Ostern oder Weihnachten kommt traditionell Fahrt in die öffentliche Debatte um die Herkunft und Entstehungsgeschichte von Schokolade, jedes Jahr ein bisschen mehr. Grund dafür ist das steigende gesellschaftliche Bewusstsein dafür, dass sich hinter den süßen Naschereien einige große Verbrechen verbergen. Sie führen zu großem Leid bei Menschen & Tieren und Milliardengewinnen bei europäischen Konzernen.

Da sei zunächst die Kinderarbeit genannt. Es ist vielfach dokumentierte Realität, dass etwa in Ghana schon 5 Jahre alte Kinder den ganzen Tag schwere Säcke schleppen und auf Plantagen schuften müssen. Oder das vielfach beigemischte Palmöl, das mit einem völlig wertlosen Greenwashing-Gütesiegel daherkommt und dessen Anbau für die Zerstörung natürlicher Lebensräume in Asien verantwortlich ist.

Und natürlich ist da noch die Milch, die von ausgebeuteten Turbo-Kühen in Europa stammt, im Norden von Deutschland, in den Niederlanden oder in Polen, deren Lebensdauer von der Milchindustrie auf einige Jahre reduziert wird und von Leid geprägt ist. Massenhaft wird das „weiße Gold“ aus den Tieren gepresst und als Pulver allen möglichen Lebensmitteln beigemischt und in alle Welt verkauft.

Eine Alternative, die (noch) nicht gut genug ist

Doch gibt es eine Alternative zu Milka, Ferrero oder Lindt? Ja, die gibt es. Eine davon ist „fairafric“, ein Unternehmen aus Deutschland, das in Ghana produziert. Wir haben uns diesem Betrieb vor kurzem in einer umfangreicheren Recherche gewidmet und konnten feststellen, dass er deutlich besser ist als gedacht. Aber leider noch nicht gut genug – unserer Meinung nach. Denn bei den Löhnen wurden Fragen nicht beantwortet.

Und das ist so ein Merkmal der gesamten Schoko-Branche: Intransparenz. Wenn man als unabhängiges Medium kritisch nachbohrt, dann stößt man an irgendeinem Punkt auf eine Mauer des Schweigens. Und manche Unternehmen beantworten überhaupt keine Fragen mehr, etwa der mächtige BILLA-Konzern, der nach einigen kritischen Recherchen von uns jetzt die Sand-in-den-Kopf-Strategie gewählt hat. Entlarvend.

Die Osterzeit hat den europäischen Konzernen wohl wieder viele Millionen Euro an Gewinn gebracht, denn alleine in Deutschland werden über eine halbe Milliarde Euro für saisonale Süßwaren zu Ostern ausgegeben. Die Bauern in Afrika sehen davon allerdings nur wenig, denn die Löhne sind weit entfernt davon „fair“ zu sein. Solange wir nicht mehr Transparenz in die Lieferketten bringen, solange wird sich das nicht ändern.


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