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Schluss mit Pferdeleid: Rom wird Pferdekutschen endgültig verbannen

Es wäre das vorläufige Ende einer jahrhundertealten Tradition – und ein Signal weit über Italien hinaus.

7/1/2026
  • Tiere
Schluss mit Pferdeleid: Rom wird Pferdekutschen endgültig verbannen

Vor dem Kolosseum gehören sie seit Generationen zum Stadtbild: Pferdekutschen, die Touristen durch das historische Rom fahren und ein Stück vergangener Zeiten versprechen. Doch genau damit könnte bald Schluss sein. Die italienische Hauptstadt will ihre berühmten „Botticelle“ aus dem historischen Zentrum verbannen und den Kutschern stattdessen den Umstieg auf Elektrofahrzeuge oder Taxilizenzen ermöglichen. Es wäre das vorläufige Ende einer jahrhundertealten Tradition – und ein Signal weit über Italien hinaus.

Auslöser sind jahrelange Debatten über den Tierschutz. Immer wieder sorgten erschöpfte oder kollabierte Pferde für Schlagzeilen. Tierschutzorganisationen argumentieren, dass Tiere im dichten Verkehr einer Millionenstadt nichts verloren hätten. Asphalt, Lärm, Abgase, Menschenmassen und immer häufigere Hitzewellen seien mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Pferden nicht vereinbar. Was für Touristen romantisch wirke, bedeute für die Tiere oft körperlichen und psychischen Stress.

Der Druck wächst auch anderswo

Rom ist mit dieser Diskussion längst nicht mehr allein. Auch in Prag geraten die Pferdekutschen zunehmend unter Druck. Rund um den Altstädter Ring gehören sie zwar weiterhin zum gewohnten Bild, doch Tierschutzorganisationen fordern seit Jahren ein Ende der Fahrten oder zumindest deutlich strengere Einschränkungen. Die Kritik ist dieselbe wie in Italien: Der moderne Stadtverkehr sei kein geeigneter Arbeitsplatz für Pferde.

Auch Wien ringt mit der Zukunft seiner traditionsreichen Fiaker. Zwar hält die Stadt bislang am historischen Kulturgut fest, doch die Auflagen wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft. Fahrverbote an heißen Tagen, strengere Arbeitszeitregelungen, verpflichtende Pausen, Trinkwasserversorgung und engmaschigere Kontrollen sollen den Schutz der Tiere verbessern. Kritiker halten das jedoch für unzureichend. Sie argumentieren, dass auch die besten Vorschriften nichts daran ändern, dass Pferde im Verkehr einer Millionenstadt dauerhaft Belastungen ausgesetzt sind.

Die Romantik verliert gegen den Tierschutz

Die Betreiber der Kutschen sehen das naturgemäß anders. Sie verweisen auf regelmäßige tierärztliche Kontrollen, gut versorgte Pferde und jahrzehntelange Erfahrung. Für viele Familien geht es zudem um ihre wirtschaftliche Existenz. Gleichzeitig gehören Fiaker und Kutschen für viele Städte zum touristischen Markenzeichen.

Doch die gesellschaftliche Stimmung verändert sich. Immer mehr Menschen stellen die Frage, ob Tiere im 21. Jahrhundert überhaupt noch als Transportmittel für touristische Vergnügungsfahrten eingesetzt werden sollten. Was früher als romantische Attraktion galt, wird heute zunehmend als Relikt einer anderen Zeit betrachtet.

Mit seinem Vorstoß könnte Rom deshalb einen Wendepunkt markieren. Sollte die italienische Hauptstadt ihre Pläne umsetzen, dürfte der Druck auf andere europäische Städte weiter steigen. Prag und Wien beobachten die Entwicklung genau. Die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr, ob sich die Debatte ausbreitet – sondern welche Stadt als Nächste die Pferdekutschen aus ihrer Innenstadt verbannt.


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