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      Keine Tierfabriken mehr: Deutsches Bundesland will Obergrenzen einführen

      50.000 Ferkel sind beim letzten Großbrand im Norden Deutschlands verbrannt oder erstickt - 5.000 Brände gibt es jedes Jahr in Deutschland. Nun will ein Bundesland mit den Tierfabriken endlich Schluss machen. Alle Infos dazu!

      5/24/2021
      • Landwirtschaft
      • Deutschland
      Keine Tierfabriken mehr: Deutsches Bundesland will Obergrenzen einführen

      Über 5.000 Brände soll es jährlich alleine in deutschen landwirtschaftlichen Betrieben geben, hunderttausende Tiere fallen ihnen dabei zum Opfer. Trauriger Höhepunkt war zuletzt der Großbrand im Norden Deutschlands vor wenigen Wochen, bei dem über 50.000 Ferkel verbrannten oder erstickten. Mitverantwortlich für diese Katastrophe dürften mangelhafte technische Vorrichtungen gewesen sein, vor denen Experten bereits seit Jahren warnten. Ein Unglück, das vermeidbar gewesen wäre und das der Massentierhaltung einen Spiegel vorhält.
       
      Nun hat der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, mit einem Vorstoß aufhorchen lassen. Nicht nur will er nicht, dass die abgebrannte riesige Schweinezuchtanlage erneut aufgebaut wird, er schlägt zudem gleich eine striktere grundsätzliche Größenbeschränkung vor. Demnach soll es eine Maximalanzahl von Tieren pro Betrieb geben, um die Entstehung derartiger Großbetriebe zu verhindern. Das ist tatsächlich die einzige Möglichkeit, wie man die Gigantomanie einbremsen kann.
       
      Deutsche Bundesregierung muss aktiv werden
       
      Doch auf Landesebene wird das nicht erreicht werden können, dafür muss der deutsche Bundesgesetzgeber entsprechende Regeln für die gesamte Republik erlassen. Genau das ist auch das Ziel der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern, die über einen entsprechenden Antrag an den Bundesrat, in weiterer Folge die deutsche Bundesregierung zum Erlass neuer Gesetze bewegen möchte. Ein historischer Schritt, der die Dynamik deutscher Fleischproduktion grundsätzlich ändern könnte. Von dieser Entwicklung würden aber nicht nur die Tiere in Deutschland profitieren.
       
      Der Trend zu immer größeren Betrieben, wie er auch seit Jahren in Österreich beobachtet werden kann, ist eine Gefahr für die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die unter dem Druck steht zu wachsen oder zuzusperren. Eine exportorientierte Fleischerzeugung, die in erster Linie auf Masse und billige Preise setzt, ist auch Motor für den Import von genmanipuliertem Soja aus dem Regenwald. Wenn diese durch die Beschränkung der Betriebsgrößen etwas abgemildert wird, gewinnen am Ende alle. Ein erster Schritt ist jedenfalls gesetzt.



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