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      Irrer Boom: Hier sollen künftig Milliarden Kilo Palmöl jährlich produziert werden

      Der globale Palmöl-Boom ist noch lange nicht an seinem Höhepunkt angekommen. Nun wurden neue Pläne zur Steigerung der Palmöl-Produktion bekanntgegeben.

      9/13/2021
      • Ernährung
      • International
      • Landwirtschaft
      Irrer Boom: Hier sollen künftig Milliarden Kilo Palmöl jährlich produziert werden

      Der globale Palmöl-Boom ist noch lange nicht an seinem Höhepunkt angekommen. Auch wenn in europäischen Ländern das Bewusstsein über die katastrophalen Folgen des Anbaus wächst und immer mehr Staaten weltweit überlegen, wie sie die Importe reduzieren können, steigt die Nachfrage in vielen Regionen der Erde ungemindert weiter.

      Nun sorgt Indien für Aufregung, das angekündigt hat seine eigene Palmöl-Produktion in den kommenden 8 Jahren verzehnfachen zu wollen. Indien gehört schon jetzt mit China und Pakistan zu den größten Importeuren von Palmöl, fast zehn Milliarden Kilo werden jährlich importiert. Damit liegt das Land an der weltweiten Spitze der Verbraucher.

       Größter Importeur weltweit pro Kopf bleiben die Niederlande

      Zumindest in absoluten Zahlen betrachtet. Denn umgelegt auf die Bevölkerungsgröße nehmen die Niederlande mit großem Abstand den ersten Platz weltweit ein, was auf globale Nahrungsmittelkonzerne wie Unilever & Co zurückzuführen ist, die weiterverarbeitete Rohstoffe aus den Niederlanden für ihre Produkte zukaufen.

      Um die Abhängigkeit von den Importen zu reduzieren, möchte Indien künftig auf einer Fläche von rund 1 Million Hektar Land selbst Palmöl anbauen – das käme einer Verdreifachung des beanspruchten Landes gleich. Eine Inselgruppe in der Nähe von Thailand soll den Plänen der Regierung zufolge für den Anbau genutzt werden.

       Auswirkungen bleiben offen

      Während andere Länder in der Region wie etwa Sri Lanka die negativen Folgen des Palmöl-Anbaus bereits stark unmittelbar spüren und scharfe Gesetze erlassen haben, geht Indien demnach den umgekehrten Weg. Wie stark sich das auf die Produktion in den bislang größten Förderländern Indonesien und Malaysia auswirken wird, ist genauso offen wie die Auswirkungen auf die Biodiversität in den geplanten Anbaugebieten Indiens.
       



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