Artikel

      Gebrochene Brustbeine: So schlecht geht es Legehennen in Österreich

      Eine neue Studie zeigt erschreckende Realitäten hinter den Stalltüren.

      4/11/2022
      • Österreich
      • Landwirtschaft
      Gebrochene Brustbeine: So schlecht geht es Legehennen in Österreich

      Laut aktuellen Studien leidet ein Großteil der Legehennen, auch in Österreich, unter Brustbeinfrakturen. Schuld daran ist die "Turbo-Zucht", kritisierte die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten": Die Vögel seien dermaßen auf Hochleistung gezüchtet, dass sie jährlich bis zu 300 Eier legen, wofür sie enorme Mengen Kalzium benötigen, welche sie teilweise aus den Knochen mobilisieren müssen.

      Kommt es dann zu Kollisionen mit Sitzstangen oder zu Abstürzen beim Anfliegen der Böden, brechen diese Knochen leicht. "In den Studien waren teilweise bis zu 100 Prozent der Tiere von Brüchen betroffen", sagte Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. Diese Brustbeinfrakturen seien für die Tiere sehr schmerzhaft, bleiben aber von den Haltern manchmal unbemerkt und dadurch auch unbehandelt. "Die Lösung kann nur eine Rückkehr zu natürlichen Rassen mit weniger Legeleistung sein."

      Stress und Gedränge in den Ställen

      Gruppengrößen mit mehreren tausend Tieren seien auch in österreichischen Legebetrieben Standard, kritisiert "Vier Pfoten". Dadurch käme es immer wieder zu Stresssituationen und Gedränge, was zu Abstürzen von den Volieren oder beim Anfliegen der Ebenen führt.

      "Es braucht einen kompletten Wandel in der tierischen Produktion, wobei die Landwirtinnen und Landwirte mit gezielten Förderungen finanziell unterstützt werden müssen", betonte Weissenböck. Man müsse zu den Zweinutzungsrassen zurückkehren - das heißt, dass jedes Huhn nicht nur zum Eierlegen, sondern auch zur Mast geeignet ist. Das würde zwar die Legeleistung schwächen bzw. würde das Huhn auch nicht so viel Fleisch ansetzen, "aber das muss uns die Gesundheit der Tiere in unserer Obhut wert sein". Überdies hätten Zweinutzungsrassen auch den Vorteil, dass keine männlichen Küken mehr getötet werden müssten - derzeit wären dies neun Millionen Küken jährlich alleine in Österreich.

      (oekoreich/APA)


      In eigener Sache: Wir arbeiten unabhängig von Parteien und Konzernen. Um unseren Fortbestand zu sichern, sind wir auf Abonnent*innen angewiesen. Bitte schließen Sie jetzt ein Abo ab und ermöglichen Sie damit unsere Berichterstattung. Danke!

      Jetzt abonnieren
      Logo Oekoreich

      Werde Mitglied bei oekoreich+ und erhalte Zugang zu unseren Top-Stories und exklusive Einblicke.

      Mehr erfahren

      Jetzt weiterlesen

      oekoreich möchte ein bestmögliches Onlineangebot bieten. Hierfür werden Cookies gespeichert. Weil uns Transparenz wichtig ist können Cookies und die damit verbundenen Funktionalitäten, die nicht für die Grundfunktion von oekoreich notwendig sind, einzeln erlaubt oder verboten werden.
      Details dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Dort kannst du deine Auswahl auch jederzeit ändern.