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Fleischkonsum sinkt: Neue Studie zeigt Gründe für Verzicht in Österreich

Österreich ist traditionell als „Fleischland“ bekannt, doch die Zeiten scheinen sich zu ändern.

3/18/2023
  • Landwirtschaft
  • Österreich
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Fleischkonsum sinkt: Neue Studie zeigt Gründe für Verzicht in Österreich

Österreich ist traditionell als „Fleischland“ bekannt, doch die Zeiten scheinen sich zu ändern. Wurden im Jahr 2016 noch fast 565.000 Tonnen Fleisch konsumiert, sind es fünf Jahre später nur noch rund 527.000 Tonnen – ein Rückgang um fast 7 Prozent. Die Tendenz scheint sich nicht nur fortzusetzen, sondern auch noch zu beschleunigen.

Zumindest wenn man einer aktuellen Befragung trauen darf, die kürzlich vom Meinungsforschungsinstitut Integral veröffentlicht wurde. Genau 1.000 Menschen in Österreich, repräsentativ ausgewählt, wurden hierfür befragt, im Jahr zuvor wurde exakt die gleiche Umfrage durchgeführt, es liegen also gute Vergleichszahlen vor.

Täglicher Fleischkonsum sinkt stark

Die Ergebnisse sind beeindruckend, zeigt sich doch ein deutlicher Rückgang beim täglichen Konsum von Fleisch. Gaben 2021 noch rund 17 Prozent an, dass sie täglich Fleisch konsumieren, so waren es 2022 nur noch 12 Prozent. 27 Prozent gaben an, dass sie in Zukunft weniger Fleisch essen wollen oder gar gänzlich darauf verzichten möchten.

Damit dürfte die Gruppe der vegetarisch oder vegan lebenden Menschen, die aktuell auf 10 Prozent (vegetarisch) bzw. 1 Prozent (vegan) der Gesamtbevölkerung geschätzt wird, in den kommenden Jahren stark anwachsen. Dazu muss gesagt werden, dass die Datenlage in diesem Bereich nach wie vor schlecht ist, exakte Zahlen liegen kaum vor.

Die Gründe für den Verzicht

Gleich mehrere Gründe werden für den Verzicht auf oder die Reduktion von Fleisch angeführt, wirklich relevant sind jedoch nur zwei Gründe. An oberster Stelle steht das Wohl der Tiere. 70 Prozent der Befragten gaben an, dass der Tierschutz für sie das ausschlaggebende Motiv sei, sie verzichten also zum Schutz der Tiere auf Fleisch.

Die nahezu wöchentlich neue Aufdeckungen über die systematische Misshandlung von Tieren im Ausland, aber leider fallweise auch in Österreich, scheinen eine Wirkung zu entfalten. Immer mehr Menschen wollen sich offenbar nicht mehr am System Massentierhaltung beteiligen, oekoreich berichtet laufend über neue Fälle.

Die Transparenz fehlt

Es dürfte auch so sein, dass viele Menschen sich im Zweifel gegen Fleisch entscheiden, wenn sie nicht die Sicherheit haben, dass es aus einer verlässlichen Quelle stammt. Immerhin kommt der Großteil des in Österreich konsumierten Fleisches nachweislich nicht aus bäuerlicher Direktvermarktung und viel zu oft auch nicht mal aus dem Inland.

Schätzungen zufolge stammt bis zu 95 Prozent des Fleisches, dass in Tiefkühlbereich der Supermärkte angeboten wird, aus dem Ausland. Ebenso hoch dürfte der Anteil an gewissen Fleischgruppen in der Gastronomie sein, vor allem, was Hühnerfleisch betrifft. Das gleiche gilt übrigens für Eier, die in der Außer-Haus-Verpflegung oftmals aus Käftighaltung stammen.

Umwelt- und Klimaschutz werden wichtiger

Neben dem Tierschutz ist auch der Umweltschutz eines der wichtigsten Motive für die Reduktion des Fleischkonsums. Ganze 65 Prozent nannten den Klimaschutz als wesentlichen Faktor für ihre Überlegungen. Hier dürfte mit reinspielen, dass für die Erzeugung von Schweinefleisch vielfach Soja aus dem brandgerodeten Regenwald verwendet wird.

Auch der massenhafte Einsatz von Glyphosat und Gentechnik dürfte wohl in diese Entscheidung mit reinspielen, immerhin wird beides von einer überwältigenden Mehrheit in Österreich abgelehnt. Kurz: Das steigende Umweltbewusstsein schlägt sich auch im Fleischkonsum nieder, insbesondere bei jungen Menschen.


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