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Enttäuschung: Bio-Gemüse nicht „aus Österreich“ sondern in Wahrheit aus Spanien

Am Regal lacht einem ein großes Österreich-Herz entgegen, daneben steht gleich zweimal groß „Bio“.

12/2/2023
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Enttäuschung: Bio-Gemüse nicht „aus Österreich“ sondern in Wahrheit aus Spanien
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Das berühmt-berüchtigte Plastikmeer im Süden von Spanien

Am Regal lacht einem ein großes Österreich-Herz entgegen, daneben steht gleich zweimal groß „Bio“. Der Bio-Salat der HOFER-Eigenmarke „Zurück zum Ursprung“ soll aus Österreich stammen, so das Etikett am Regal, eindeutiger geht’s also nicht mehr. Wieso sollte man da noch Zweifel hegen, dass das angebotene Lebensmittel in Wahrheit woanders herkommt?

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Der Blick auf das Regal in der HOFER-Filiale
Der Blick auf den in Plastik eingeschweißten Salatkopf verrät die wahre Herkunft - und er zeigt, dass es sich noch dazu um eine andere Marke handelt. Und zwar um die HOFER-Eigenmarke "Bio Natura", die in der Kritik steht, heimische Bio-Ware mit günstigen Importen aus den Regalen zu drängen. Dieser Salat stammt daher auch nicht aus Österreich, sondern aus Cartagena in der Provinz Murcia in Spanien. Der Ort ist satte 2.500 Kilometer Autofahrt von Wien entfernt, hat also eine gigantische Reise hinter sich. Wahrscheinlicher ist aber, dass er in Wahrheit noch etwas südlicher angebaut wurde.
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Am Salatkopf selbst entpuppt sich dann der wahre Herkunftsort
Bio-Salat aus dem Plastikmeer?

Im berühmt-berüchtigten „Plastikmeer“ von Almeria, das vom Weltraum aus sichtbar ist. Ein Blick auf das Satellitenbild zeigt, wie hunderte Kilometer an Fläche komplett mit weißen Plastikplanen bedeckt sind. Gewächshäuser, in denen das Gemüse für halb Europa produziert wird, auch der umstrittenen Bio-Eigenmarken-Salat "Bio Natura" des HOFER-Konzerns.
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Der Salat kommt aus der Provinz Murcia im Süden von Spanien
Eine bewusste Irreführung der Konsumenten liegt in diesem Fall wie so oft vermutlich nicht vor, dutzende Anfragen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass hier auf einen „Beschilderungsfehler der Filiale“ verwiesen wird. Konsequenzen haben solche „Fehler“ übrigens keine, als Konsument muss man daher ständig doppelt und dreifach nachprüfen.


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