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      Die Entwertung stoppen: Hier wird ein Werbeverbot für Qualfleisch vorbereitet

      Was für ein Paukenschlag! Die Aussagen von Adrian Aebi, dem Vizedirektor des Schweizer Bundesamtes für Landwirtschaft, sorgen seit Tagen in der Schweiz, Österreich und Deutschland für helle Aufregung.

      9/3/2021
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      Die Entwertung stoppen: Hier wird ein Werbeverbot für Qualfleisch vorbereitet
      Hofer.at
      Auszug aus einem HOFER-Flugblatt

      Was für ein Paukenschlag! Die Aussagen von Adrian Aebi, dem Vizedirektor des Schweizer Bundesamtes für Landwirtschaft, sorgen seit Tagen in der Schweiz, Österreich und Deutschland für helle Aufregung. Im Interview mit der NZZ sprach sich erstmals ein hochrangiger Verantwortlicher offen für ein Werbeverbot für Billigfleisch aus, also für jene Produkte, die zumeist unter Bedingungen produziert wurden, die nicht mit dem gesellschaftlichen Anspruch nach Tierwohl und Naturschutz in Einklang zu bringen sind.

      Aebi sagte in dem Interview wörtlich: „Rabatte für Fleisch sind oft reine Frequenzbringer, das entspricht nicht der Wertigkeit von Fleisch und ist einem nachhaltigen Konsum nicht förderlich." Damit wendet er sich frontal gegen die Billigpreis-Strategie der meisten Handelskonzerne, die mit Dauer-Aktionen versuchen möglichst viele Menschen in die Supermärkte zu locken. Mit katastrophalen Folgen, denn Unmengen an Fleisch landet unverbraucht im Mülleimer und die Wertigkeit des Lebensmittels geht verloren.

      Kampf den Schleuderpreisen

      In der Schweiz erhält der Vorstoß große Unterstützung von Expert*innen und NGOs, auch in Deutschland und in der Schweiz gibt es bereits laute Stimmen, die einen entsprechenden Schritt befürworten. In Österreich hatte etwa die grüne Landwirtschaftssprecherin Olga Voglauer gefordert, dass Fleisch, das mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet ist, nicht mehr zu Schleuderpreisen angeboten werden soll. Das würde nicht nur den Preiskampf aushebeln, sondern auch dem Anspruch nach mehr Qualität Rechnung tragen.

      Aktuell laufen in der Schweiz jedenfalls schon politische Verhandlungen, im Jahr 2022 soll es zu einer Reform kommen. Auch in Österreich ist die Debatte um die Weiterentwicklung der heimischen Landwirtschaft voll im Gange. Das erfolgreiche Tierschutzvolksbegehren soll bis November im Parlament bearbeitet werden, mehrere Anträge sind diesbezüglich angekündigt. Ob der große Wurf dabei sein wird, ist derzeit aber noch nicht absehbar. Beide Regierungsparteien haben jedenfalls ihre Bereitschaft signalisiert.




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