Bis Herbst 2026 wird die offizielle Bewerbung von Schrems an das internationale Ramsar-Komitee abgeschickt, im Jahr 2028 könnte die Stadt im nördlichen Waldviertel dann die erste „Wetland City“ im gesamten deutschsprachigen Raum werden. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren, das umfasst nicht nur ein einzigartiges Bildungsprojekt mit mehreren Schulen aus dem Bezirk, sondern auch intensive Vernetzung und konstruktiven Dialog.
In diesem Sinne lud die Stadtgemeinde Schrems am 5. März 2026 zu einem besonderen Abend. Zielpublikum waren Grundbesitzende aus dem Bezirk Gmünd und diese kamen zahlreich. Darunter etwa Andreas Salvator Habsburg-Lothringen aus Gmünd oder Nikolaus Kinsky aus Heidenreichstein. Auch die Land&Forst Betriebe Niederösterreich waren mit Geschäftsführerin Brigitte Schuh vor Ort gut präsent, die landwirtschaftlichen Grundbesitzenden wurden in Person von Bezirksbauernkammer-Obmann Markus Wandl stark repräsentiert.
Durch den spannenden Abend mit rund 30 Gästen führte Waldbotschafterin Hermine Hackl, die selbst im Waldviertel lebt und über viel Erfahrung als ehemalige BIOSA-Präsidentin verfügt. Zu hören gab es einen spannenden Fachimpuls von Professor Martin Kainz von der Donau-Universität Krems, zum aktuellen Stand der „Wetland City“-Aktivitäten informierten Bürgermeister David Süß und UnterWasserReich-Geschäftsführer Thomas Kainz.
„Wetland City“ als Anerkennung und Bekenntnis
Im Zentrum des Austausches stand das enorme Zukunftspotenzial, das gut erhaltene Feuchtgebieten in sich bergen. Von den Segnungen der traditionellen Waldviertler Teichbewirtschaftung bis hin zu den vielfältigen Chancen, die mit einem regenerativen Tourismus verbunden sind, spannt sich der Bogen der wirtschaftlichen Möglichkeiten, den ein achtsamer Umgang mit den Naturschätzen der Region mit sich bringen kann.
Hier haben die traditionellen Grundbesitzenden im Bezirk bereits große Anstrengungen vollzogen. Einblicke in seine wertvolle Arbeit mit Gut Gmünd gewährte etwa Andreas Salvator Habsburg-Lothringen. Doch auch andere Betriebe, etwa jene der Familie Sailern-Aspang in Litschau oder von Andreas Fischer-Ankern in Kirchberg, beweisen seit vielen Jahren, wie ökonomische und ökologische Ziele gleichsam in Einklang gebracht werden können.
Bürgermeister Süß: „Absicherung des Status Quo“
Das internationale Prädikat „Wetland City“ wäre in diesem Sinne eine renommierte Anerkennung dieser Leistungen, die bereits erbracht wurden. Es ist aber auch ein Bekenntnis dazu, dass die Bewahrung der Moore, Auen, Teiche & Co einen hohen Stellenwert in der Zukunft behalten wird. Dazu braucht es maßgeblich die Einbindung und das aktive Mitwirken der Grundbesitzenden. Genau dieser Geist des Miteinanders wurde an dem Abend spürbar.
Sarah Piskur
Projektfinale als Auftakt für weitere Aktivitäten
Ein vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft beauftragtes Projekt geht im Juni 2026 zu Ende. Darin umfasst waren nicht nur Vernetzungstreffen und Informationsveranstaltungen, sondern auch die erwähnte Bildungspartnerschaft, mehrere Feste und andere Aktivitäten, die das Bewusstsein über die Wichtigkeit der Feuchtgebiete im nördlichen Waldviertel stärken sollten.
COMÚN-Stiftungsvorstand Sebastian Bohrn Mena, der den Prozess „Wetland City Schrems“ im Jahr 2024 initiierte und das Projekt für das BMLUK abwickelt, machte bereits im Vorfeld klar, dass die Aktivitäten nicht mit der offiziellen Bewerbung enden. Ganz im Gegenteil soll die Zeit bis zur angestrebten Verleihung intensiv genutzt werden, um insbesondere Kinder und Jugendliche im Bezirk Gmünd einzubinden und zu „Moorbotschaftern“ auszubilden.
Große Bereitschaft zur Fortsetzung
„Es steckt viel Herzblut im umfangreichen Prozess ‚Ramsar Wetland City Schrems‘. Umso schöner ist es zu sehen, dass sich so viele Menschen dafür interessieren und sich Gedanken darüber machen, wie die Schönheit des oberen Waldviertels mit seinen Feuchtgebieten auch für die Zukunft erhalten und bewahrt werden kann“, so Thomas Kainz, Geschäftsführer des UnterWasserReich Schrems.
Auch die Grundbesitzenden können dabei eine wichtige Rolle spielen und ihre Bereitschaft dazu wurde an diesem Abend mehrfach zum Ausdruck gebracht. Ihre wichtige Arbeit kann so als praxisnahes Beispiel dafür dienen, wie man einen Naturraum erfolgreich bewirtschaften und erhalten kann. Vernetzungsforen wie jenes am 5. März sollen jedenfalls fortgeführt und ausgebaut werden, um alle Beteiligten intensiv in das Vorhaben einzubinden.
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