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      Lebensmittel-Betrug: So können falsche Herkunftsangaben entlarvt werden

      Botaniker der Universität Basel haben eine Methode entwickelt, um betrügerische Angaben zur geografischen Herkunft von Lebensmitteln zu entlarven.

      10/21/2021
      • Ernährung
      Lebensmittel-Betrug: So können falsche Herkunftsangaben entlarvt werden

      Botaniker der Universität Basel haben eine Methode entwickelt, um betrügerische Angaben zur geografischen Herkunft von Lebensmitteln zu entlarven. Das forensische Instrument beruht auf der Analyse von Sauerstoffisotopen. Durch falsche Angaben zum geografischen Ursprung von Lebensmitteln entsteht jährlich weltweit ein wirtschaftlicher Schaden von 30 bis 40 Milliarden Dollar.

      Um betrügerische Herkunftsangaben aufzudecken, stützen sich Expertinnen und Experten etwa auf die stabilen Sauerstoffisotope in den Lebensmitteln - den sogenannten Delta-O-18-Wert, wie sie im Fachmagazin "Scientific Reports" schreiben. Denn Temperatur, Niederschlag und Verdunstung schlagen sich auf dieses Maß nieder, wodurch sich die geografische Herkunft der Lebensmittel bestimmen lässt.

      Probe aufs Exempel durch Referenzdatensatz bei Erdbeeren

      Weil dafür aber große Mengen an Referenz- und Vergleichsdaten gesammelt werden müssen, war dieses Verfahren bisher aufwändig und kostspielig, wie die Universität Basel am Montag mitteilte. Die Basler Botaniker entwickelten nun ein auf Wetterdaten und Informationen zur Wachstumszeit einer Pflanze basierendes Computermodell, mit dem sie das Sauerstoffisotopenverhältnis in Pflanzen simulieren können.

      So lassen sich den Wissenschaftern zufolge herkömmliche Anwendungen von stabilen Isotopen vereinfachen, beschleunigen, verbessern und ermöglichen genaue und präzise Zuordnungen der Herkunftsregionen. Die Probe aufs Exempel machten sie anhand eines elfjährigen Delta-O-18-Referenzdatensatz für europäische Erdbeeren. "Mit geringfügigen Anpassungen der Parameter kann unser Modell zur Bestimmung aller pflanzlichen Produkte genutzt werden", erklärte der Basler Professor und Letztautor der Studie, Ansgar Kahmen.

      (oekoreich/APA)



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