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      Heimische Marillen reif: Doch BILLA importiert sie weiterhin aus Spanien

      Für große Aufregung sorgt derzeit in sozialen Netzwerken der Umstand, dass bei der REWE-Tochter BILLA aktuell die importierten Marillen aus Spanien angeboten werden.

      8/1/2021
      • Österreich
      • Ernährung
      Heimische Marillen reif: Doch BILLA importiert sie weiterhin aus Spanien

      Für große Aufregung sorgt derzeit in sozialen Netzwerken der Umstand, dass bei der REWE-Tochter BILLA aktuell die importierten Marillen aus Spanien angeboten werden. Obwohl in Österreich bereits heimische Marillen reif sind, gibt’s die Importware beim deutschen Handelskonzern zum Spottpreis von weniger als 3 Euro pro Kilogramm. Auch niederösterreichische Marillen werden bei BILLA verkauft, diese sind jedoch um über einen Euro pro Kilo teurer. Wer die Klimabilanz der weit gereisten Früchte aus Spanien berücksichtigt, kann sich bei diesen Preisen nur auf den Kopf greifen.

      Grundsätzlich fragen sich viele Menschen beim Blick auf solche Angebote, wieso Handelskonzerne die Marillen über tausende Kilometer hinweg nach Österreich importieren. Die Bilanz der letzten Jahre zeigt, dass die österreichische Selbstversorgungsrate bei Obst generell und bei Marillen im speziellen sehr niedrig ist. Kaum 50 Prozent der konsumierten Marillen werden im Inland erzeugt, das hat sich in den vergangenen Jahren auch kaum geändert. Einer Eigenproduktion von über 14,5 Millionen Kilo Marillen im Jahr 2020 standen Importe von über 20 Millionen Kilo zuletzt gegenüber.

      Lieber zum Original greifen – auf Betrug achten!

      Ungefähr 100.000 Marillen-Bäume von über 220 Bäuerinnen und Bauern beliefern seit Juli alleine aus der Wachau heraus das ganze Land mit der beliebten Frucht. Die Marillen aus der Wachau werden unter dem geschützten Label „Original Wachauer Marille“ verkauft. Damit man sichergehen kann, dass es sich bei den gekauften Früchten auch wirklich um jene aus der Wachau handelt, hat der Verband der Wachauer Marillenbauern eine Liste veröffentlicht. In dieser finden sich auch die Stellen, wo aktuell Marillen ab Hof von den Bauern direkt verkauft werden.

      In Zusammenhang damit informieren die Wachauer Bauern vor Betrug: „Bitte achten Sie beim Einkauf auf das EU-Qualitätssiegel »geschützte Ursprungsbezeichnung«, die Marke »Original Wachauer Marille«, unsere Hinweisfahnen, Sonnenschirme und unsere Verkaufskartons. Leider werden in der Wachau auch »Marillen« und »Marillen frisch saftig« und »Marillen aus der Region« mit der Herkunft außerhalb der Wachau verkauft, das sind andere Sorten die nichts mit unseren Wachauer Marillen g.U. gemein haben. Diese importierten Marillen haben ein deutlich schwächeres Aroma und wenig Geschmack.“



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