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Gigantischer Berg von BILLA-Fleisch im Müll, so reagiert der Konzern

Ein Video, das kürzlich in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, dokumentiert die erschreckenden Ausmaße an Lebensmittel-Verschwendung in Österreich.

1/31/2022
  • Ernährung
  • Österreich
Gigantischer Berg von BILLA-Fleisch im Müll, so reagiert der Konzern

Ein Video, das kürzlich in sozialen Netzwerken von Greenpeace veröffentlicht wurde, dokumentiert die erschreckenden Ausmaße an Lebensmittel-Verschwendung in Österreich. Die Bilder aus einer nicht genannten österreichischen Müllverbrennungsanlage, sie soll unbestätigten Meldungen zufolge in Oberösterreich liegen, zeigen demnach wie Tonnen von vor allem noch verpackten Fleischprodukten - legal - entsorgt werden.

In nur einem Jahr werden weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen oder gehen entlang der Wertschöpfungskette verloren. "Bereits mit einem Viertel dieser Menge könnte theoretisch der globale Hunger gestillt werden", kritisierte Greenpeace. Österreich liegt mit diesen enormen Mengen an Lebensmittelverschwendung deutlich über dem Durchschnitt in der EU. Hierzulande beläuft sich die Summe der vermeidbaren Lebensmittelabfälle Greenpeace zufolge auf etwa eine Million Tonnen pro Jahr. Das entspricht einer Mülltonne (fast 35 Kilogramm) jede Sekunde.

"Dieses Video ist schockierend und macht mich wütend. So endet also die harte Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern – auf einem riesigen Müllberg – das ist beschämend und absolut zu verurteilen. Gleichzeitig zwingt der Handel unsere Landwirtschaft preislich immer
mehr in die Knie. Während hochwertig produzierte Produkte mit Rabattschlachten verschleudert werden, bleibt für unsere Bäuerinnen und Bauern immer weniger über", reagierte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

BILLA-Konzern mit Aufnahmen konfrontiert

Auf den Videoaufnahmen sind auch mehrere Eigenmarken des BILLA-Konzerns zu sehen. Dazu zählt etwa die Fleischmarke „Hofstädter“ oder die Marke „Clever“. oekoreich hat daraufhin den Konzern damit konfrontiert und wollte wissen, wie diese Unmengen an Konzernprodukten dort landen konnten. Wir wollten wissen, wie sie auf den Unmut von vielen Konsumenten reagieren.

Außerdem wollten wir wissen, welche Mengen genau vom BILLA-Konzern jährlich entsorgt werden, ob das überhaupt erfasst wird und was der milliardenschwere Händler dagegen unternimmt. Nicht zuletzt haben wir die Verantwortlichen mit der Aussage der Ministerin Köstinger konfrontiert, wonach der Handel die Landwirte „preislich in die Knie zwingen“ würde. Eine Antwort haben wir erhalten, auf unsere Fragen wurde aber kaum eingegangen.

Verschiedene Aktivitäten – keine Details

BILLA antwortete unter anderem: „Als Händler leben wir davon, Lebensmittel zu verkaufen – eine Entsorgung von einwandfreier Ware im Abfall ist gegen unsere Prinzipien und für uns somit weder wünschenswert noch übliche Praxis. Aus rechtlichen Gründen ist uns allerdings eine kostenlose Weitergabe von bereits abgelaufenen Waren – insbesondere, wenn diese wie Fleisch, Fisch, Eier und Milch leicht verderblich sind – nicht gestattet. Wir sind dazu verpflichtet, diese fachmännisch entsorgen zu lassen.“

Es würden mehrere Aktivitäten gesetzt, um Verschwendung zu vermeiden, so der Konzern, etwa die vergünstigte Abgabe von Produkten vor dem Ablaufdatum oder die Zusammenarbeit mit den Tafeln. Mehr Informationen zum jährlichen Ausmaß der weggeworfenen Lebensmittel oder zum gegenständlichen Video wollte man uns aber offenbar nicht geben, denn diese Fragen wurden mit keinem einzigen Wort kommentiert.

Hier kann man das Video nachsehen.

(oekoreich/APA)


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