Meinung

    Es ist barbarisch, dass Millionen Küken am ersten Lebenstag vergast werden

    Jedes Jahr werden alleine in Österreich bis zu 9 Millionen männliche Küken getötet. Wir müssen diese Barbarei beenden, meint Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens und Bundeskoordinator der Bürgerinitiative oekoreich.

    6/8/2021
    • Landwirtschaft
    • Tiere
    • Österreich
    Es ist barbarisch, dass Millionen Küken am ersten Lebenstag vergast werden

    Jedes Jahr werden alleine in Österreich bis zu 9 Millionen männliche Küken am ersten Lebenstag vergast. Geschreddert werden sie, entgegen der landläufigen Meinung und zum Unterschied zu Deutschland, zwar nicht mehr. Doch die Vorstellung, dass ein Lebewesen ausgebrütet wird, ein paar Mal zirpt und dann vergast wird, macht mich krank. Genau das habe ich kürzlich auch dem Magazin „Die ganze Woche“ anlässlich eines großen Berichts gesagt. Das gleiche habe ich für einen Bericht für die Tageszeitung „Österreich“ geschrieben. Und nichts anderes sage ich seit bald 3 Jahren, seit wir uns mit dem Tierschutzvolksbegehren aufgemacht haben, das grausame Kükentöten in Österreich zu beenden.

    Es ist viel seit 2018 passiert - in Deutschland
     
    Seither ist viel passiert, vor allem in Deutschland. Dort wurde von der Koalition beschlossen, dass ab 1.1.2022 keine Küken mehr getötet werden dürfen. Technisch ist es mittlerweile möglich, dass man das Geschlecht im Ei bestimmt und nur jene Eier ausbrütet, die ein weibliches Tier in sich tragen. Das erspart zumindest ein wenig Leid. Nicht mal das haben wir bislang in Österreich hinbekommen. Doch nun tut sich was. Der große mediale Druck, den vor allem das Tierschutzvolksbegehren und sein gigantischer Erfolg Anfang 2021 ausgelöst haben, hat die Politik in Bewegung gebracht. Und auch die Branche. Denn die Geflügelbranche selbst merkt, dass sie handeln muss. Und das finde ich gut.

    Pragmatisch im Weg, aber nicht in der Sache
     
    Wir werden uns nicht einer Lösung verschließen, auch wenn das bedeutet, dass es Übergangsfristen braucht, dass manche Bereiche vielleicht nicht gesetzlich, sondern auf Basis einer verbindlichen Vereinbarung geregelt werden. Ich bin pragmatisch im konkreten Weg, aber nicht in der Sache. Wir müssen das Kükentöten in Österreich beenden, daran führt für mich kein Weg vorbei. Und wir werden nicht ruhen, bis wir das durchgesetzt haben. Ich möchte noch dieses Jahr einen Fahrplan für den Ausstieg erreichen, damit alle Menschen die Gewissheit haben, dass hier nicht durchgetaucht wird, wie bei so vielen anderen Themen. Wir müssen den Schwung jetzt nutzen. Beenden wir die Barbarei!




    In eigener Sache: Wir decken auf, wir fragen nach, wir legen offen. Das gefällt manchen Konzernen natürlich nicht. Umso wichtiger ist der Rückhalt vieler Menschen. Bitte unterstützt unsere Arbeit - jeder Beitrag hilft. Danke!

    oekoreich möchte ein bestmögliches Onlineangebot bieten. Hierfür werden Cookies gespeichert. Weil uns Transparenz wichtig ist können Cookies und die damit verbundenen Funktionalitäten, die nicht für die Grundfunktion von oekoreich notwendig sind, einzeln erlaubt oder verboten werden.
    Details dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Dort kannst du deine Auswahl auch jederzeit ändern.