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Elektroschocks ins Gesicht: Neue Enthüllungen zu Tiertransporten aus Österreich

Was passiert mit den männlichen österreichischen Kälbern, die tausendfach jedes Jahr ins Ausland gekarrt werden, weil sich ihre Aufzucht hier nicht lohnt?

10/6/2022
  • Tiere
  • International
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Elektroschocks ins Gesicht: Neue Enthüllungen zu Tiertransporten aus Österreich
Copyright: VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN / ANIMALS INTERNATIONAL / Animal Welfare Foundation
Österreichische Tiere auf dem Weg ins Ausland

Was passiert mit den männlichen österreichischen Kälbern, die tausendfach jedes Jahr ins Ausland gekarrt werden, weil sich ihre Aufzucht hier nicht lohnt? Genau dieser Frage ist jetzt der VGT in Zusammenarbeit mit Animals International und der Animal Welfare Foundation nachgegangen. Das von ihnen kürzlich veröffentlichte Bildmaterial zeigt die vorläufige Endstation der Kälber auf europäischem Boden, bevor sie Richtung Nordafrika ablegen.

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Auf einem Schiff im spanischen Cartagena endet die Reise der Kälber in Europa
In dem Video aus Cartagena in Spanien kann man sehen, wie die Kälber bei der Beladung von gigantischen Schiffen traktiert werden. Sie werden geschlagen, teilweise bekommen sie sogar Elektroschocks ins Gesicht, damit sie gefügig werden. Die Qualen für die jungen Tiere sind kaum vorstellbar, doch zu sehen bekommt man sie normalerweise nicht. Denn das Gelände ist nur aus der Ferne einsichtig, von einem Hügel aus, kilometerweit entfernt.

Dringend Reform auf EU-Ebene gefordert

Vom Hafen in Spanien aus kommen die Tiere dann in den Libanon, nach Marokko oder in andere Länder, bis in den Nahen Osten. Tausende Kilometer der Reise, viele Wochen vergehen mitunter unterwegs. Wie bereits mehrfach dokumentiert, zuletzt im Rahmen des Untersuchungsausschusses des Europäischen Parlaments, sterben viele Tiere auf dem Weg – und werden, obwohl das verboten ist, einfach über Bord ins Meer geworfen.
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Die Tiere haben Angst, viele von ihnen werden unterwegs krank oder sterben sogar
Ihre aufgeblähten Kadaver werden regelmäßig an europäischen Küsten angeschwemmt. In der Politik kämpft vor allem der österreichische EU-Abgeordnete Thomas Waitz für eine Änderung: „Das Mindeste ist endlich eine Umsetzung einer maximalen Transportzeit von 8 Stunden, eines Verbotes kommerzieller Transporte nicht entwöhnter Tiere und eines Exportverbotes in Drittstaaten, in denen EU-Tierschutzstandards nicht eingehalten werden. Die EU-Kommission muss jetzt handeln!“ 

Das gesamte Video kann man hier nachsehen.


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