Meinung

      Buch deckt auf: Was tatsächlich in Essen, Gewand & Handys steckt

      Tiefkühlpizza, Turnschuh, IPhone: Wir zeigen, woher die Rohstoffe dafür wirklich kommen und was mit der Erzeugung dieser Produkte alles verbunden ist.

      9/28/2021
      • Ernährung
      • Umwelt
      Buch deckt auf: Was tatsächlich in Essen, Gewand & Handys steckt

      Haben Sie sich auch schon mal gefragt, woher die kleinen, oftmals kaum als solche erkennbaren Tomaten oder Fleischstücke stammen, die auf der Tiefkühlpizza liegen? Oder die vielen verschiedenen Rohstoffe, die in den Handys verarbeitet sind? Eines vorweg: Mit den Bildern aus der Werbung hat die Geschichte der allermeisten Produkte in unserem Alltag wenig zu tun. Das ist jetzt nicht überraschend, wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass uns dort die heile Welt versprochen wird. Was wir aber kaum zu Gesicht bekommen, ist die traurige Realität.

      Wer rechnet schon damit, dass es 8 Jahre alte Kinder sind, die in einsturzgefährdeten Minen im Kongo nach den Metallen schürfen, die in unseren 1.200 Euro teuren Smartphones verarbeitet sind? Wer würde schon glauben, dass Obst und Gemüse aus mafiösen Strukturen stammen, die auf europäischem Boden mit dem Elend von Menschen ihren Profit maximieren? Und hätten Sie gedacht, dass unsere Turnschuhe schon eine wahre Weltreise der ökologischen Zerstörung hinter sich gebracht haben, wenn sie dann in Österreich im Geschäft verkauft werden?

      Wer wirklich von Ausbeutung und Zerstörung profitiert

      Nein, das sind keine Horror-Geschichten, das sind nachgewiesene Tatsachen. Und auch wenn viele von uns ein vages Gefühl haben, dass die Herkunft unserer Alltagsgüter aus dubiosen Quellen stammen könnte, so ganz genau wissen wir es nicht. Sollten wir aber. Und genau darum geht’s in unserem Buch „Konzerne an die Kette!“. Wir zeichnen die ökologischen und sozialen Verbrechen in den globalen Lieferketten multinationaler Konzerne nach. Wir zeigen auf, wer wirklich davon profitiert, wenn Menschen ausgebeutet und die Natur zerstört werden.

      Aber keine Sorge, wir belassen es nicht dabei. Denn es geht uns nicht darum die Verbrechen aufzudecken und die Verantwortlichen anzuklagen um uns dann verstört abzuwenden – ganz im Gegenteil. Wir legen offen, damit etwas in Bewegung kommt. Denn dazu müssen zunächst die Fakten auf den Tisch, dazu müssen die inakzeptablen Wahrheiten offen angesprochen werden. Und wir müssen uns unserer Möglichkeiten bewusstwerden, die wir abseits der Rolle besitzen, die uns von den Profiteuren zugewiesen wird. Ja, wir sind Konsumenten, aber wir sind auch Bürger.

      Natürlich können und müssen wir über unseren Teller oder unseren Kleiderschrank auch einen gewissen Einfluss nehmen. Je mehr wir hinterfragen, umso besser. Aber der „bewusste Konsum“ kommt an seine Grenzen, wenn wir systematisch belogen und betrogen werden und, etwa bei Lebensmitteln, die pure Intransparenz regiert. Am Ende müssen wir uns darüber im Klaren werden, dass nichts von dem, was derzeit alles schiefläuft, für alle Zeit unabänderlich ist. Denn dass die Konzerne weitestgehend machen können, was sie wollen, das ist kein Naturgesetz.

      In unserem Buch bequem nachlesen – und dann den zweiten Schritt setzen

      Es ist das Resultat einer Fehlentwicklung, die schleunigst korrigiert werden sollte, bevor uns die Verpestung der Welt in den Abgrund führt. Wir haben kein Heilsversprechen anzubieten, aber wir haben einen Vorschlag. Und einen konkreten Plan. Und die Erfahrungen der letzten Monate, gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, zeigen uns, dass große Veränderungen schneller umgesetzt werden können, als wir manchmal glauben. Nur sollte das diesmal zum Vorteil der Menschen sein, nicht der Konzerne, die meist als Gewinner aussteigen.

      Den ersten Schritt haben wir für Sie gemacht. Wir haben uns bis ins letzte Detail angesehen, woher unser Essen, unser Gewand und unsere Smartphones wirklich kommen. Sie können das in unserem Buch bequem nachlesen. Den zweiten Schritt müssen Sie jetzt setzen, indem Sie sich darüber informieren und dieses Wissen weitergeben. Unterschätzen Sie nicht die besondere Kraft, die in persönlichem Engagement liegt. Jeder große Wandel hat mit einer kleinen Bewegung begonnen, mit dem Wunsch nach Veränderung. Der Rest ergibt sich dann auf dem Weg.

      Das Buch "Konzerne an die Kette!" kann man hier bestellen, eine öffentliche Lesung findet u.a. am 15. Oktober 2021 in Wien statt.



      Anmerkung: Dieser Kommentar erschien zuerst in der Printausgabe der Tageszeitung "ÖSTERREICH".

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