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Widerstand bröckelt: Herkunftskennzeichnung doch auch für Gastronomie geplant!

Damit hätte wohl niemand so rasch gerechnet: Der Widerstand gegen die verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln in der Gastronomie soll nun doch kommen. Ein Erfolg der Allianz von Konsumenten und Produzenten.

5/29/2021
  • Österreich
  • Ernährung
Widerstand bröckelt: Herkunftskennzeichnung doch auch für Gastronomie geplant!

Es ist die zentrale Forderung des erfolgreichen Tierschutzvolksbegehrens und wird nicht nur von breiten Teilen der Landwirtschaft, sondern auch von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung unterstützt: Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Fleisch, Milch und Eiern. Die macht aber nur Sinn, wenn sie nicht nur verarbeitete Produkte im Supermarkt, sondern auch öffentliche Küchen und die Gastronomie umfasst, immerhin werden über 2 Millionen Menschen täglich außer Haus verköstigt.
 
Seit 2018 hat sich das Tierschutzvolksbegehren dafür eingesetzt, damals noch gegen den erbitterten Widerstand von Industrie und Wirtschaftskammer. Nach dem großen Erfolg des Volksbegehrens, mit über 416.000 Unterschriften trotz hartem Lockdown das erfolgreichste Begehren seit Jahren, ist Bewegung in die Sache gekommen. Mit Unterstützung von vielen Bäuerinnen und Bauern wurde Druck aufgebaut, um verständlich zu machen, dass es für die Landwirte mittlerweile eine Frage des Überlebens geworden ist.
 
Konsumenten müssen erkennen können, was sie essen
 
Denn die importierte Ware führt zum Bauernsterben. Jeden Tag müssen zahlreiche Bauernhöfe schließen, weil sie mit den Dumpingpreisen aus Deutschland, Spanien oder der Ukraine nicht mithalten können. Aus gutem Grund, immerhin sind die Standards in Österreich vielfach weit höher als in diesen Ländern und sind die landwirtschaftlichen Betriebe viel kleinteiliger strukturiert. Dieser „Nachteil“ kann nur dadurch wettgemacht werden, dass Konsumenten erkennen, woher ihr Essen kommt.
 
Und sich dann für die heimische Ware entscheiden. Das war für die Initiatoren des Tierschutzvolksbegehrens auch eine Grundvoraussetzung für Weiterentwicklungen, etwa betreffend den Vollspaltenboden, da sonst Verlagerungseffekte jeden Fortschritt überdecken würden. Es ist sehr erfreulich, dass nun offenbar der Widerstand gegen die flächendeckende Herkunftskennzeichnung zu bröckeln beginnt, wie Statement von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger im Gespräch mit Ö1 beweist.
 
Allianz von Konsumenten & Produzenten führt zu Veränderung
 
Darin hält sie fest, dass nach Regierungsplänen die verpflichtende Kennzeichnung auch für die Gastronomie kommen und diese „bis zum Landgasthaus“ ausgeweitet werden würde. Ein völlig unerwarteter Vorstoß, der aber ganz den Wünschen der Bürgerinnen und Bürgern entspricht. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Druck von unten sich lohnt und vor allem die Allianz zwischen Konsument*innen und Produzent*innen in der Lage ist, grundlegende Veränderung bei der Erzeugung und Verteilung von Lebensmitteln zu bewirken.


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