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      Von wegen „besonders tierfreundlich“: So sehr leiden Schweizer Masthühner

      Ihr Fleisch wird mit dem Zusatz "Aus besonders tierfreundlicher Stallhaltung" beworben - doch Filmaufnahmen zeigen nun, dass die Schweiz ein veritables Tierschutzproblem bei der Hühnermast hat.

      6/7/2021
      • Tiere
      • Schweiz
      • Landwirtschaft
      Von wegen „besonders tierfreundlich“: So sehr leiden Schweizer Masthühner


      Ein Skandal erschüttert die Schweiz: Filmaufnahmen, die dem Schweizer Rundfunk zugespielt wurden, zeigen die wahren Zustände in der Hühnermast. Im Eiltempo werden die Hühner gemästet, sie sind schon bald zu schwer für ihre eigenen Beine. Das führt nicht nur zu Schmerzen und Erkrankungen, sondern kann auch zum Tod führen – denn die Tiere verdursten elendig, wenn sie nicht zur Tränkanlage im Stall kommen.
       
      Was für besondere Aufregung sorgt ist der Umstand, dass es sich hierbei um Aufnahmen aus Ställen handelt, die Fleisch mit der Auslobung „besonders tierfreundlicher Stallhaltung“ produzieren. Hier erwarten die Konsumenten zurecht höhere Standards als etwa in der ukrainischen Horrormast, oder aber auch in der konventionellen Hühnermast in der Schweiz. Weit gefehlt, wie diese Insiderinformationen nun zeigen.
       
      Die Schweiz hat ein Tierschutzproblem
       
      Es handelt sich dabei auch nicht nur um „Einzelfälle“, wie bei solchen Recherchen oft von den Verantwortlichen argumentiert wird, sondern um Bilder aus mehreren „tierfreundlichen“ Ställen. Damit ist dokumentiert, dass die Schweiz im Bereich der Hühnermast ein veritables Tierschutzproblem hat, gerade auch dort, wo sie bislang davon ausgegangen ist, dass vorbildlich mit den Tieren umgegangen wird.
       
      Rund 20.000 Franken, umgerechnet 18.000 Euro, erhalten die Mastbetriebe jährlich als Sonderzahlung dafür, dass sie den Tieren ein besseres Leben bieten. Schweizer Tierschützer fordern jetzt eine grundsätzliche Überarbeitung des Labels. Erste Handelskonzerne haben bereits reagiert und werben nicht mehr damit, doch am Ende wird es hier eine gesetzliche Novellierung benötigen, um für echtes Tierwohl zu sorgen.



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