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    Kartoffeln aus Ägypten: Proteste vor Denn's Biomarkt

    Obwohl die Lager der heimischen Landwirte noch voll sind, importiert der deutsche Handelskonzern "Denn's Biomarkt" die Bio-Kartoffeln aus Ägypten. Nun regt sich Widerstand bei den Bauern.

    5/12/2021
    • Deutschland
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    • Landwirtschaft
    Kartoffeln aus Ägypten: Proteste vor Denn's Biomarkt

    Der Bio-Supermarkt Denns Biomarkt, in Österreich und Deutschland mittlerweile eine fixe Größe, sieht sich derzeit mit einer Welle der Entrüstung konfrontiert. Statt auf heimische Kartoffeln zu setzen, die sich noch massenhaft in den Lagern der Bauern befinden, werden ägyptische Kartoffeln gelistet. Auch das oft verwendete Argument in solchen Fällen, dass nicht genügend Bio-Ware aus der Region vorhanden wäre, trifft in diesem konkreten Fall nicht zu, wie ein aktueller Bericht aus Niedersachsen zeigt.
     
    Generell stellen sich immer mehr Menschen die Frage, ob die mit großem Aufwand nach Österreich oder Deutschland importierte Bio-Ware aus Afrika oder Asien einen geeigneten Ersatz für regionale Lebensmittel darstellen kann. Über 4.000 Kilometer reisen die Kartoffeln von Ägypten nach Mitteleuropa. Zumal in der Vergangenheit immer wieder Kritik laut wurde an den Anbaubedingungen von Bio-Produkten, etwa in der wasserärmsten Region Spaniens, in der auch Formen der modernen Sklaverei dokumentiert sind.
     
    Falsche Auslobung und Qualitätsmängel
     
    Die „Frühkartoffel“ aus Ägypten, so zeigte erst kürzlich eine Erhebung in österreichischen Supermärkten bei konventionellen Kartoffeln, ist darüber hinaus oftmals sogar eine „Spätkartoffel“. So waren ganze zwölf von fünfzehn untersuchten Kartoffeln aus Ägypten gar keine Frühkartoffel, mehrere Proben wiesen eklatante Qualitätsmängel auf. Laut Landwirtschaftskammer wäre die ganzjährige Versorgung mit heimischen Kartoffeln gesichert, es bräuchte also gar keine Importe. Vor allem nicht aus Regionen, in denen Umwelt- und Sozialstandards offenkundig nicht EU-Vorschriften entsprechen.
     
    Für Denns Biomarkt dürften die Bio-Importe dennoch ein extrem lohnendes Geschäft sein, das Unternehmen konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um satte 24 Prozent auf nunmehr über 1,4 Milliarden Euro steigern. Umso weniger verstehen die lokalen Bauern in Niedersachsen, wieso im Fall der Bio-Kartoffeln auf die importierte Ware gesetzt wird, statt die biologische Landwirtschaft vor Ort zu unterstützen. Eine Frage, die vom Unternehmen bislang nicht beantwortet werden konnte oder wollte.




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