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Viren-Verbreitung durch „Todesschreie“: Virologe Drosten über Pelzindustrie in China

Ein ausführliches Interview mit Top-Virologe Christian Drosten sorgt für Aufsehen: Die chinesische Pelzindustrie ist aus seiner Sicht der plausibelste Ort für die Übertragung des Corona-Virus vom Tier auf den Menschen.

6/7/2021
  • International
  • Tiere
Viren-Verbreitung durch „Todesschreie“: Virologe Drosten über Pelzindustrie in China

Ein ausführliches Interview mit dem deutschen Top-Virologen Christian Drosten, in dem dieser erstmals auch umfangreich auf den engen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Viren und den veränderten Umgang von Menschen mit Tieren spricht, sorgt derzeit für Aufsehen. Im kürzlich veröffentlichten Gespräch mit dem Schweizer Magazin „Republik“ bekundete er, dass aus seiner Sicht die chinesische Pelzindustrie als möglicher Ursprungsort für Sars-2, bei uns besser bekannt als „Corona“, für ihn die plausibelste Erklärung sei.
 
Kein gesichertes Wissen, aber Erfahrungswerte
 
Er verweist im Interview zwar mehrfach explizit darauf, dass es noch kein gesichertes Wissen dazu gebe, weil keine entsprechenden Studien existieren und insbesondere zur Verbreitung des Virus bei Pelztieren keine Daten vorliegen würden. Es gebe aber Erfahrungswerte mit Sars-1, die ihn in seiner Annahme bestärken:
 
Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft. Bei Sars-1, das ist wissenschaftlich dokumentiert, waren die Übergangs­wirte Marder­hunde und Schleich­katzen. Das ist gesichert. Ebenfalls gesichert ist, dass in China Marder­hunde in großem Stil in der Pelz­industrie verwendet werden. Wenn Sie irgendwo eine Jacke kaufen mit Pelzkragen, ist das chinesischer Marder­hund, fast ohne jede Ausnahme. (…) Marder­hunden und Schleich­katzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen. Die stoßen Todes­schreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken. Diese Tiere waren bei Sars-1 eindeutig die Quelle. Das ist wissenschaftlich belegt.“
 
Generell sei nach Ansicht des Virologen die intensivierte Nutztierhaltung, das Eindringen in natürliche Lebensräume von Wildtieren und der wachsende Fleischhunger der Menschheit ein massiver Treiber der Übertragung von Viren von Tieren auf Menschen. Je dichter und größer die Bestände an Tieren seien, umso größer wäre auch das Risiko, dass ein Virus in einem Bestand mutiert und sich später auch auf Menschen überträgt.



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