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    Marillenmarmelade im Test: In diesen 4 Produkten wurden Pestizide nachgewiesen

    Marillen-Marmelade ist extrem beliebt - doch wie eine Erhebung nun zeigt, stammen die Früchte fast ausschließlich aus dem Ausland. Zudem sind gleich mehrere Proben mit Pestiziden belastet. Der Marktcheck.

    6/7/2021
    • Ernährung
    • Österreich
    Marillenmarmelade im Test: In diesen 4 Produkten wurden Pestizide nachgewiesen

    Marmelade ist extrem beliebt, sie ist mit 52 Prozent der liebste Süßaufstrich der Österreicher*innen. Bis zu 2,5 Kilogramm Marmelade pro Kopf werden hierzulande jährlich konsumiert, bei den Sorten liegt die Marille liegt mit 27 Prozent deutlich vor der Erdbeere mit 20 Prozent. Unangefochtener heimischer Marktführer ist die in Tirol ansässige Firma Darbo, die über 140 Millionen Euro Umsatz jährlich erwirtschaftet.
     
    Die meisten Früchte werden importiert
     
    Doch die in den Supermärkten erhältliche Marillen-Marmelade stammt fast ausschließlich aus Früchten, die nicht in Österreich angebaut wurden. Das liegt vor allem an der vergleichsweisen geringen Selbstversorgung, nur 40 Prozent der Marillen werden im Inland angebaut. Wichtigste Region für den heimischen Marillenanbau ist die niederösterreichische Wachau, am meisten wird aus Italien, Spanien und Ungarn importiert.

    Ein Drittel der untersuchten Marmeladen wies Rückstände von Pestiziden auf.


    In nur 6 von 111 Produkten in österreichischen Supermärkten stammen die Marillen zu 100 Prozent aus Österreich, das sind rund fünf Prozent. Woher genau die Früchte kommen, das kann nur schwer nachvollzogen werden – die Tester bezeichnen sie als „mangelhaft“. Entweder der Herkunftsnachweis fehlt gänzlich oder es steht „Aus EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“ drauf, was einen Rückbezug verunmöglicht. In den Darbo-Produkten stecken übrigens Marillen u.a. aus Italien, Ungarn, Serbien und Bulgarien.
     
    Pestizide in Marillenmarmelade nachgewiesen
     
    Besonders besorgniserregend: In einigen fanden sich sogar Rückstände von Pestiziden, die auf der Schwarzen Liste stehen. Zwölf Proben wurden im Auftrag von Greenpeace von der Lebensmittelversuchsanstalt auf über 200 Pestizide getestet, darunter waren vier Marmeladen in Bio-Qualität und acht konventionell erzeugte. Ein Drittel der untersuchten Marmeladen wies Rückstände von Pestiziden auf.
     
    Am häufigsten nachgewiesen wurde der Wirkstoff „Boscalid“. Der Stoff ist für Wasserorganismen hochtoxisch, er bleibt auch sehr lange in der Umwelt. Eingesetzt wird das Pestizid zur Bekämpfung einer Pilzkrankheit bei Marillen, der Stoff hat möglicherweise krebserregende Eigenschaften, so die Tester. Daneben wurde auch noch Fludioxonil sowie Tetrahypdrophtalamid, ein Abbauprodukt des Fungizids Captan nachgewiesen.
     
    Mit Bio auf der sicheren Seite
     
    Pestizide wurden übrigens ausschließlich in konventionell erzeugten Produkten gefunden, keine einzige Bio-Marmelade war auffällig. Damit ist man beim Griff zu einer Bio-Marmelade auf der sicheren Seite, wenn es um Pestizide geht. Die vier positiv auf Pestizide getesteten Marmeladen sind:
     
    ·     Darbo Marillenkonfitüre zuckerreduziert
    ·     Meinl „Die feine Donau-Marille“
    ·     Clever „Marillen-Konfitüre Extra, fein passiert“
    ·     Bonne Maman „Compote Bone Maman Marille“



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