Die Regiothek wurde für die Zukunft entwickelt. Leider ist dein Browser veraltet und unterstützt möglicherweise einige Techniken nicht mehr. Daher kann es zu Anzeigeproblemen kommen.

Du kannst z.B. Browse Happy besuchen um einen aktuellen Browser herunterzuladen.

Artikel

Die Mär vom Klimaschutz: Wie 100 Milliarden an EU-Agrarförderungen versickern

Ein neuer Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes fällt ein vernichtendes Urteil über die Förderpolitik der EU: 100 Milliarden Euro sind wirkungslos verpufft.

6/25/2021
  • International
  • Landwirtschaft
Die Mär vom Klimaschutz: Wie 100 Milliarden an EU-Agrarförderungen versickern

Der Europäische Rechnungshof, der sich selbst auch „Hüter der EU-Finanzen“ nennt, hat jüngst seinen 16. Sonderbericht im Jahr 2021 veröffentlicht. Der englischsprachige Bericht mit dem sperrigen Titel „Common Agricultural Policy and climate: Half of EU climate spending but farm emissions are not decreasing“ birgt einige Sprengkraft in sich, enthält er doch eine vernichtende Kritik an der EU-Förderpolitik im Bereich der Landwirtschaft.
 
Die Prüfer des EU-Rechnungshofes hatten zuvor die abgelaufene Agrarförderperiode untersucht, die von 2014 bis 2020 lief und ein Volumen von insgesamt über 380 Milliarden Euro umfasste. Damit stellt der Agrarbereich den mit Abstand größten Posten im EU-Budget dar, mehr als ein Drittel der gesamten verfügbaren Mittel fließt in die Landwirtschaften Europas. Vor allem die Verwendung der Steuergelder steht in der Kritik.
 
Die EU-Förderpolitik: Masse statt Klasse
 
Denn etwa als ein Viertel der Gesamtsumme, rund 100 Milliarden Euro, war dem Klimaschutz in der Landwirtschaft gewidmet, entfallen doch mehr als ein Viertel der globalen Treibhausgas-Emissionen auf die Lebensmittelerzeugung. Durch konkrete Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen sollte ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der EU-Klimaziele geleistet werden. Wie sich nun zeigt, wurde dieses Ziel absolut verfehlt.
 
Seit dem Jahr 2010 sind die Emissionen in der Viehhaltung dem Bericht zufolge nicht zurückgegangen. Das liegt, so die Prüfer, primär daran, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union nicht darauf abziele die kleinbäuerliche, tier- und klimafreundliche Landwirtschaft zu fördern, sondern im Gegenteil den Absatz tierischer Erzeugnisse auch noch versucht zu steigern. Also Masse statt Klasse.
 
Unsere Kinder und Enkelkinder zahlen die Rechnung
 
Die 100 Milliarden Euro an europäischem Steuergeld seien also wirkungslos verpufft bzw. nicht dafür eingesetzt worden, wofür sie ursprünglich dotiert worden waren. Die europäische Landwirtschaft bleibt somit ein Ort großer Klimaschäden, obwohl alle Wirtschaftsbereiche angehalten sind konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz zu leisten. Eine vergebene Chance, die den Druck auf nachkommende Generationen erhöht.
 
Die EU-Agrarpolitik ist der zentrale Hebel zur Weiterentwicklung nationaler Landwirtschaften, speisen sich doch etwa im Fall von Österreich rund 75 Prozent aller öffentlichen Gelder aus den Töpfen der Europäischen Union. Wenn es dort nicht zu einem Bekenntnis zur Förderung der Erzeugung von regionalen, tier- und klimafreundlichen Lebensmitteln kommt, wird sich am Gesamtsystem wenig ändern.



In eigener Sache: Wir decken auf, wir fragen nach, wir legen offen. Das gefällt manchen Konzernen natürlich nicht. Umso wichtiger ist der Rückhalt vieler Menschen. Bitte unterstützt unsere Arbeit - jeder Beitrag hilft. Danke!


In eigener Sache: Wir arbeiten unabhängig von Parteien und Konzernen. Um unseren Fortbestand zu sichern, sind wir auf Abonnent*innen angewiesen. Bitte schließen Sie jetzt ein Abo ab und ermöglichen Sie damit unsere Berichterstattung. Danke!

Jetzt abonnieren
Logo Oekoreich

Werde Mitglied bei oekoreich+ und erhalte Zugang zu unseren Top-Stories und exklusive Einblicke.

Mehr erfahren

Jetzt weiterlesen

oekoreich möchte ein bestmögliches Onlineangebot bieten. Hierfür werden Cookies gespeichert. Weil uns Transparenz wichtig ist können Cookies und die damit verbundenen Funktionalitäten, die nicht für die Grundfunktion von oekoreich notwendig sind, einzeln erlaubt oder verboten werden.
Details dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Dort kannst du deine Auswahl auch jederzeit ändern.