Die Regiothek wurde für die Zukunft entwickelt. Leider ist dein Browser veraltet und unterstützt möglicherweise einige Techniken nicht mehr. Daher kann es zu Anzeigeproblemen kommen.

Du kannst z.B. Browse Happy besuchen um einen aktuellen Browser herunterzuladen.

Artikel

Pestizide schaden Wildbienen: 89 Prozent weniger Nachkommen

Eine neue Studie zeigt, wie schädlich sich der Einsatz von Pestiziden auch auf Wildbienen auswirkt. Experten fordern daher eine Abkehr vom Einsatz der bienenschädlichen Stoffe.

5/10/2021
  • Artenvielfalt
  • Tiere
Pestizide schaden Wildbienen: 89 Prozent weniger Nachkommen
Kathrin Grobbauer/Naturschutzbund
Erdhummel in Kürbissblüte

Wie extrem schädlich die Ausbringung von Pestiziden für Honigbienen ist, haben viele Menschen mittlerweile glücklicherweise mitbekommen. Doch auch für Wildbienen können die Insektizide tödlich sein. Eine neue Studie aus Kanada zeigt darüber hinaus die vielfältige Schädlichkeit des Pestizid-Einsatzes auf Honig- und Wildbienen.
 
Untersucht wurde am Beispiel der bodennistenden Langhornbiene in Kürbisfeldern. Demnach sammeln Bienen auf Flächen, deren Böden mit Pestiziden behandelt wurden, im Vergleich zu unbehandelten Flächen deutlich weniger Pollen, bauen weniger Nester und bringen 89 Prozent weniger Nachkommen hervor. Über die dramatischen negativen Folgen eines sinkenden Wildbienen-Bestandes insbesondere auch im landwirtschaftlichen Bereich, wurde bereits mehrfach hingewiesen. Demnach wäre die Lebensmittelproduktion in gewissen Bereichen grundsätzlich gefährdet, wenn der Bienenbestand weiter sinkt.

Neurotoxische Wirkung auf Insekten
 
Der Einsatz von Neonikotinoiden wird als hochproblematisch angesehen, beträgt die Halbwertszeit des Pestizids doch 18 Jahre – es verbleibt also nach seiner Ausbringung über Jahrzehnte in der Umwelt und verstärkt sich mit jedem weiteren Einsatz. Die toxische Wirkung auf die Bienen vergrößert sich dadurch über die Jahre. Experten äußern sich in einer Aussendung dazu besorgt, der Naturschutzbund warnt: „Diese Insektizide wirken neurotoxisch. Sie schädigen das Nervensystem, sodass Bienen ihr Orientierungsvermögen und Gedächtnis verlieren. Der Wirkstoff Imidacloprid ist in manchen EU-Ländern zwar nur eingeschränkt zugelassen, wird jedoch weiterhin über Notzulassungen ausgebracht.“
 
In einem ersten Schritt wird ein Verbot der Ausbringung von bienengefährlichen Pestiziden im Privatbereich gefordert, wie das etwa schon in Frankreich der Fall sei. Der Verband der Pflanzenschutzindustrie hatte zwar dagegen geklagt, am Ende wurde das Verbot aber vor dem Europäischen Gerichtshof bestätigt. Eine dauerhafte Änderung wird man wohl aber nur dadurch herbeiführen, dass es zu einer grundsätzlichen Abkehr vom Einsatz dieser hochtoxischen Giftstoffe kommt.


In eigener Sache: Wir arbeiten unabhängig von Parteien und Konzernen. Um unseren Fortbestand zu sichern, sind wir auf Abonnent*innen angewiesen. Bitte schließen Sie jetzt ein Abo ab und ermöglichen Sie damit unsere Berichterstattung. Danke!

Jetzt abonnieren
Logo Oekoreich

Werde Mitglied bei oekoreich+ und erhalte Zugang zu unseren Top-Stories und exklusive Einblicke.

Mehr erfahren

Jetzt weiterlesen

oekoreich möchte ein bestmögliches Onlineangebot bieten. Hierfür werden Cookies gespeichert. Weil uns Transparenz wichtig ist können Cookies und die damit verbundenen Funktionalitäten, die nicht für die Grundfunktion von oekoreich notwendig sind, einzeln erlaubt oder verboten werden.
Details dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Dort kannst du deine Auswahl auch jederzeit ändern.